„Echt jetzt“ wollen 16 Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten im Bistum Münster sich für den kirchlichen Dienst in Caritas und Katechese, im Beerdigungsdienst und in der Jugendarbeit sowie als Wortgottesdienstleiter beauftragen lassen. In einer drei- bzw. vierjährigen Ausbildung haben sie sich dazu im Institut für Diakonat und pastorale Dienste ausbilden lassen. Einige haben ihren ehrenamtlichen Diakonat zum Hauptberuf gemacht, andere kamen vom Theologiestudium an der Fachhochschule oder an der Uni. Claas krosse aus Wissel hat den letzteren Weg gewählt und eine dreijährige Assistentenzeit in Mülheim an der Ruht verbracht. Seit dem 1. August wirkt er nun in Rhede und Bocholt.
Der festliche Gottesdienst im gefüllten Dom zu Münster griff dieses selbstgesetzte Thema auf. Bischof Dr. Heiner Wilmer genoss sichtlich diese Verstärkung des seelsorglichen Teams im Bistum Münster, bevor er zur Bischofskonferenz zum Thema politische Lage und Umgang mit KI nach Fulda fuhr. In seiner Predigt präsentierte er ausführlich eine ausgewaschene, an den Knien eingerissene Jeans. Er machte auf die verwundete Welt und die mit Rissen in der Vita lebenden Menschen aufmerksam, auf die die neuen Seelsorgenden täglich treffen. Auch sollten sie selbst ihre eigenen Verletzungen und Mängel kennen. Mit Bezug auf die Bibeltexte des Tages unterschied er beim Thema Gerechtigkeit das europäische „Jedem das Seine“ vom biblischen „den Menschen gerecht werden“ in dem, was die Menschen in der Gemeinde „echt jetzt“ brauchen. Ferner ermutigte er, Kirche nicht von dem, was früher war zu denken, sondern mutig mit Eigeninitiative Zukunft zu gestalten. Einzeln sprach der Bischof den Kandidaten die Beauftragung zum Seelsorgedienst im Bistum Münster zu und umarmte jeden zur Begrüßung. Aus den vielen Herkunftspfarren, den Ausbildungsgemeinden und den neuen Einsatzgebieten waren Gläubige, Weggefährten und die Familien der Einzelnen präsent. So erwarteten auch die Kalkarer Claas Krosse auf dem Domplatz mit Beifall und Gratulation, bevor es zur Feier und Urkundenübergabe ins Collegium Borromaeum ging. Nur kurz unterbrachen die Ausbilder, die Mitarbeitervertretung und der Pastoralreferentenrat die lautstarken Gespräche im überfüllten Saal zur Übergabe der vom Bischof unterschriebenen Beauftragung. Claas Krosse nahm mit seiner souveränen Ruhe die Gratulationen entgegen und freute sich an den Gästen aus Mülheim, Bocholt, Rhede und Kalkar. Im Kreis seiner Familie ließ er den ermutigenden Tag gern ausklingen.
Text und Fotos: Alois van Doornick

