Mit einem Gebet am Morgen, des Gedenkens an die Verstorbenen und des Segens für die tollen Tage startete die KKG am Altweibermorgen mit Garde und Elferrat in St. Nicolai. Da Kalkar ein Chorgestühl für Bürger hat, saßen alle brav im Chorgestühl und stellten sich nachher am Hochaltar der Fotografin. Pastor Alos van Doornick fand vorher diese Verse aus seiner Dichtung:
Am Niederrhein in Deutlichkeit,
dafür ist er ja sehr bekannt,
da lebt die fünfte Jahreszeit
und Narrenwagen ziehn durchs Land.
Wie sonst nicht oft man das noch sieht,
ist hier bei uns so viel dann los,
dann Klein und Groß zusammen ist,
nicht um zu saufen, feiern bloß.
Hier werden Kleine große Stars,
hier dichten Amateure neu,
hier reden Leut zu Andrer Spaß,
dass es im Saal so viele freu.
Hier zieht der Prinz ins Altenheim,
hier tanzen Garden groß und klein.
Hier singen Männer im Verein,
hier schenken Redner Freude ein.
Da kommen Alte aus dem Haus,
da gibts Musik umsonst und gut,
da bringt man Farbe in die Grau‘s,
da klingen Trommel, Bass und Tuut.
Es werden Fremde im Ort warm,
es gibt’s politisch Witz und Spott,
es tanzen zugleich Reich und Arm,
es stürzen Größen plötzlich flott.
Und Kleine kommen groß heraus
und viele fühlen sich gebraucht,
bei Umzügen gibt’s große Staus,
bis Mittwoch dann die Asche raucht.
So mancher treibt es gerne doll,
verkleidet mal ein Andrer sein:
Fühlt stark sich in der neuen Roll‘,
So wird die Psyche wieder rein.
Gemeinschaft schön, man findet sich,
wo sonst man sieht sich gar nicht an,
gesellt gesellig plötzlich sich
an Karneval, da ist viel dran!
Da ist die Welt kurz schön im Lot
im Narrenwagen, Prinzenschiff:
Man findet sich in einem Boot,
Der Karneval, der hat viel Pfiff!
Auch Jesus nutzt der Leute Schiff,
- „Was hast du mit uns vor denn, Mann?“ –
erklärt den Fischern einen Kniff,
sie fangen viel und spüren dann:
Statt Fische fangen nur für uns,
wir fangen besser Neues an.
Ein Ego-Mensch ist keine Kunst,
am „Menschenfischer“ ist was dran.
Die Botschaft von der Freude soll
gebracht sein in die Welt hinaus.
Gott braucht noch Leute, stark und schnell.
Sonst ist es mit der Liebe aus.
Ja auch die kleinen Sünderlein,
die will er wenden, brauchen.
Aufgaben sind genug, nicht klein:
Du kannst dazu gut taugen.
Talent hat jeder irgendwie,
nicht einer kann rein garnichts.
Verschließ ihm deine Ohren nie,
Du bist ja doch kein Taugnichts.
Lass werben dich ins Kirchenschiff,
und trommel: Noch mehr Leute
braucht diese Welt zu bessern sich.
Brich auf mit Vielen heute:
Lasst locken euch ins Kirchenboot,
der Geist setzt schnell die Segel.
Der steuert, euch den Einsatz lohnt,
nimmt Sünder, Kind und Kegel.
Und eine ganze neue Welt erschließt
sich, wer den Aufbruch findet,
wer sich in Arbeit nur einschließt
nie Großes, Frohes kündet.
Nicht nur zur Fastnacht tausch die Roll,
aus dir kann Großes werden.
Der Menschenfischerchef, wie toll,
gestaltet mit sein Erden.
Schon viele stehen mit am Netz,
Gemeinschaft wächst im Gehen.
Entstanden ist ein world-wide-Net,
Das kann sich lassen sehen!
Zwölf Fischersfreunde Jesus rief,
was ist daraus geworden?
Wir sehen ein Geheimnis tief:
Welt-Netzwerk allerorten.
Dass hören seinen Ruf wir Leut,
und Frauen, Männer gleich,
das wär mein Wunsch am Tage heut.
Was wärn wir dann doch reich? – Helau!
© Alois van Doornick

