KKG im 55. Jahr unterwegs

z.Vergrößern anklicken

Fotos: Karl-Heinz Rottmann

Der Altweibertag hat bei der KKG einen ganz eigenen Start. Das Chorgestühl in St. Nicolai ist ja nicht für Ordensleute, sondern für die Bürgerinnen und Bürger gemacht. Das wissen die Bruderschaften und Gilden der Stadt besonders gut, da sie dort ihre Jahresmessen feiern. Als die Garde und der Elferrat der KKG wie schon häufig zu Beginn ihres Sessionstages zum Morgengebet und Totengedenken zum Chor der Kirche schritten, hatten Küster Josef Neinhüs und Pastor Alois van Doornick schon ihren ersten Spaß: Die Damen gingen nach links und die Herren nach rechts. Dabei lachten die beiden nicht nur über die brave Geschlechtertrennung. Vom Herrn am Kreuz aus gesehen saßen die Herren auch noch zu „seiner Linken“ bei den „Böcken“. Mit gut 30 Leuten lässt sich in der guten Akustik von St. Nicolai im Vorgriff auf das „Helau“ gut das artverwandte „Halleluja“ singen. Anschließend hatte der Pastor noch so seine Bemerkungen zum Kalkarer integrierten Handlungskonzept in Sachen Pflasterung des Marktplatzes: „Fußzonen-Reflex-Massage“ benannte er die Begehung des historischen Bodens. Das Pilatusbild von Jan Joest aus dem Jahr 1509 zeigt bereits das Marktpflaster mit den Rhein-Kieselsteinen. Zudem wusste er von den Beinamen der niederrheinischen Orte zu berichten, nicht nir von den Keppelner „Queeken“, den Uedemer „Knollen“, den Gocher „Wäwers“, dem „Kervendonkse Kekkvorst“, den Wisseler „Kiwitten“, Appeldorner „Ratten“, Kehrumer „Bökk“, nein die Tradition scheint für die Kalkarer eine etwas sehr abschätzige , aber vielleicht mit dem Kalkarer Marktpflaster zusammenhängende Bezeichnung zu pflegen: „Kalkarsse Keijjeschitters“. Schließlich schritten die Karnevalisten noch zur Verleihung ihres Jubiläumsordens und platzierten sich zum Foto, dessen Background vor 208 mittelalterlichen Köpfen im Hochaltar der Fotograf zurecht als „für Karnevalisten einzigartig“ bezeichnete.