Krippe in Wissel steht schon

In St. Clemens, Wissel, steht schon ab dem 1. Adventssonntag die „Krippe“. Weihnachten wird hier nicht etwa vorverlegt, sondern an jedem Adventswochenende ist eine andere biblische Szene aufgebaut. Zehn aktive Krippenbauer haben eine 3x6 m große, felsige Landschaft mit viel braunem Packpapier und frischem Moos sowie hochaufragenden Ruinen errichtet.
Am ersten Adventswochenende wird das Warten auf den Messias thematisiert (s. Fotos): Die einfachen Menschen in Nazareth scharen sich um den Rabbi Jehudas, der Ihnen die Prophezeiungen der Propheten erläutert und von der baldigen Ankunft des Messias spricht. Demgegenüber ist Herodes in seinem Palast höchst beunruhigt über die Prophezeiungen eines neuen Königs der Juden und befragt seine Berater. Am zweiten Advent wird die Verkündigung des Engels an Maria dargestellt. Maria  vertraut dem Boten Gottes und akzeptiert die skandalöse Situation, als Unverheiratete schwanger zu sein. Aber sie braucht Zeit zum Nachdenken und begibt sich zu ihrer Verwandten Elisabet, die  trotz ihres hohen Alters schwanger ist. Diese Begegnung zwischen Maria und Elisabeth ist Thema am dritten Advent. Aber hier wird zugleich der Fokus auf Josef gelegt, der so häufig vernachlässigt wird. Er ist der große Hörende unter den Gestalten des Hirtenfeldes. Die Begegnungsszene der beiden Frauen ist gekoppelt mit der Darstellung des schlafenden Josefs. Ein Engel erscheint ihm im Traum, erläutert ihm die Situation und Josef entschließt sich, „Maria zu sich zu nehmen“, d.h. sie zu heiraten.

Am vierten Advent wird die Flucht nach Ägypten thematisiert werden: Also ist schon jetzt genug Anlass, vor Weihnachten die im klaren romanischen Tuffstein errichtete St.-Clemens-Kirche Wissel zu einem meditierenden Umgang aufzusuchen. Das ehrenamtliche Krippenengagement in St. Clemens hat schon eine lange Tradition. Die Kirche ist vom 30.11.2019 an täglich von 9:00 – 17:00 geöffnet (dienstags geschlossen) und lädt zum Besuch der Krippendarstellungen ein. Sehenswert sind in St. Clemns ferner ein riesiges Kirchenmodell, die Douvermann-Pietá, die St.-Luthard-Reliquien, der romanische Taufstein und der Rosenkranz- und der Johannes-Altar. Begleitet wird dieses Angebot schließlich durch einen Jugendgottesdienst am 7.12. um 17.00 Uhr und das „Krippengeflüster“ der Wortgottesdienstleiter am 02.12. und 16.12.2019 sowie am 06.01.2020, jeweils um 18.00 Uhr.