AvD-Schatzkiste

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Sonntags-Bildgedanken

Archiv Sonntagsbildgedanken 2020/2021

01. 5. Fastensonntag
02. Palmsonntag
03. Gründonnerstag
04. Karfreitag
05. Karsamstag
06. Ostern
07. Ostermontag
08. Weißer Sonntag
09. 3. Ostersonntag
10. 1 Mai
11. Marienmonat Mai
12. 4. Ostersonntag
13. 5. Ostersonntag
14. 6. Ostersonntag
15. Christi Himmelfahrt
16. 7. Ostersonntag
17. Pfingstsonntag
18. Pfingstmontag
19. Dreifaltigkeitssonntag
20. 11. Sonntag im Jahreskreis
21. 12. Sonntag im Jahreskreis
22. 13. Sonntag im Jahreskreis
23. 14. Sonntag im Jahreskreis
24. 15. Sonntag im Jahreskreis
25. Jakobustag am 25. Juli
26. 16. Sonntag im Jahreskreis
27. 17. Sonntag im Jahreskreis
28. 18. Sonntag im Jahreskreis
29. 19. Sonntag im Jahreskreis
30. 20. Sonntag im Jahreskreis
31. 21. Sonntag im Jahreskreis
32. 22. Sonntag im Jahreskreis
33. 23. Sonntag im Jahreskreis
34. 24. Sonntag im Jahreskreis
35. 25. Sonntag im Jahreskreis
36. 26. Sonntag im Jahreskreis
37. 27. Sonntag im Jahreskreis Erntedank
38. 28. Sonntag im Jahreskreis
39. 29. Sonntag im Jahreskreis
40. 30. Sonntag im Jahreskreis
41. 31. Sonntag im Jahreskreis Allerheiligen
42. 32. Sonntag im Jahreskreis
43. 33. Sonntag im Jahreskreis
44. 34. Sonntag im Jahreskreis, Christkönigsfest
45. 1. Advent
46. 2. Advent
47. 3. Advent
48. 4. Advent
49. Heiligabend
50. Weihnachten
51. 1.Sonntag nach Weihnachten
52. Neujahr
53. 2. Sonntag nach Weihnachten
54. Heilige Dreikönige
55. Taufe des Herrn
56. 2. Sonntag im Jahreskreis
57. 3. Sonntag im Jahreskreis
58. 4. Sonntag im Jahreskreis
59. 5. Sonntag im Jahreskreis
60. 6. Sonntag im Jahreskreis
61. Aschermittwoch
62. 1. Sonntag der Fastenzeit
63. 2. Sonntag der Fastenzeit
64. 3. Sonntag der Fastenzeit
65. 4. Sonntag der Fastenzeit

41. 2. Advent

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

146. Stimme eines Rufers. Johannes der Täufer, Holzfigur St. Lambertus Appeldorn, Alte Kirche, 19, Jh.?

(Evangelium 2. Advent C: Bar 5, 1-9; Phil 1, 4-6;8-11; Lk 3, 1-6)

 

Im Bild

Im groben Gewand steht Johannes mit großer Prediger-Geste und fast tanzend barfuß vor den Leuten, die ihn in der Wüste interessiert aufsuchen. Die Bewegung der rechten Hand lässt auf das Taufgeschehen genauso schließen wie auf eine einladende oder herausfordernde Geste. Um den Vorläufer und Ankündiger mit seinem Verwandten Jesus zu verbinden, gab man ihm den Kreuzstab mit der Fahnenaufschrift: „Ecce Agnus Dei“ – „Seht das Lamm Gottes!“ als Verweis der Jünger an ihren künftigen Meister, der also ein dienender, „lammfrommer“, opferbereiter Gottesbote sein wird.

Im Chorraum der Alten Appeldorner Kirche weist Johannes so den Beter auf das Geschehen am Altar hin, wo wir diesen Satz vor dem Kommunionempfang hören: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt!“

 

Die Botschaft

Im Evangelientext des 2. Advent C sieht Lukas den Prediger zunächst aber in der Eigenständigkeit des Rufs zur Abkehr von den Sünden. Im Leitthema der Johannes-Predigt klingt das Schlusswort der Wandlungsworte an: „… zur Vergebung der Sünden“. Um Wandlung, Umkehr, Erneuerung, oder genauer noch Hinkehr zu Gott und den Menschen geht es dem Bußprediger, aber er will locken, Sehnsucht wecken, nicht zuerst drohen …

Lukas beschreibt in seinen ersten Kapiteln zwei Voraussagen auf Geheimnisvolles um das Ereignis der Geburt: Dies geschieht mit dem Verstummen des Zacharias vor der Geburt des Johannes wie mit der Botschaft  des Engels an Maria bei Jesus. Das Erstaunen der Familie über den Namen Johannes (= „Gott ist gnädig“) ist echt: Das ganze Alte Testament kennt diesen Namen nicht. Lukas nennt 26 mal den Täufer in seinem Evangelium und 10 mal in der Apostelgeschichte, für ihn hat neben Jesus der Täufer Johannes eine wichtigere Funktion, als wir sie ihm vielleicht bisher zurechnen. Fünf andere Namensträger der Bibel sind: Der Lieblingsjünger und Bruder des Jakobus; der Verfasser des Evangeliums; der Begleiter des Paulus: Johannes Markus (der Evangelist?) und die Verfasser der Johannes-Briefe und der Offenbarung.

Es lohnt, über „Gott ist gnädig“ nachzudenken, vielleicht gerade bei einem Umkehrprediger der mit „Ihr Schlangenbrut“ auch deutliche Worte fand.

1. Lukas lässt anders als Markus und Matthäus ihn nicht einfach in der Wüste auftreten, sondern drückt aus, dass der Prediger selbst von Gott beschenkt ist: „…erging in der Wüste das Wort des Herrn an Johannes“ (Lk 3, 2): Im Rückzugsgebiet Wüste eröffnet sich Gott. 130 mal kennt das die Bibel von Propheten: „Erging das Wort des Herrn an …“ In die Stille eines hörenden Herzens spricht Gott. Draußen vor der Stadt, außerhalb des „Alltags“, einem, der sich dafür öffnet: Wo geschieht das bei mir wirklich? Ist gerade das Gefühl, in dieser Welt kein Zuhause zu haben, hilfreich für das Verstehen der Sprache Gottes? Erging das Wort des Herrn auch an mich? Weiß ich noch wann?

2. Baruch und auch Paulus halten kein Donnerwetter, sondern sprechen von der Freude, die kommt, von dem Glanz für den Erdkreis, vom Frieden der Gerechtigkeit: Statt Drohbotschaft Frohbotschaft. Reagiere ich nur auf Druck und Drohung? Komme ich vor Gott, weil ich mich sündig fühle oder weil er die Überraschung und Glücksgabe meines Lebens ist? Messe ich Gottes Zuwendung soviel Bedeutung zu, einfach weil ER sich zeigt und nicht, weil ich ihn brauche?

3. Die Adventszeit ist vielleicht wieder Gelegenheit, die Propheten wahrzunehmen: Die Vergleichsstellen bei Jesaja zu lesen: Zum Beispiel Kapitel 40 „Tröstet mein Volk“: „Die aber auf den HERRN hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ (40, 29)

4. Das 5. Kapitel bei Baruch macht dem Namen des Johannes alle Ehre: Wege werden geebnet und Täler (Lücken? Stimmungstäler?) gefüllt „Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.“ Können wir das Krumme bei anderen nicht so krumm nehmen? Kommen wir über Berge von Arbeit oder Berge von negativen Erinnerungen hinweg? Bin ich anderen gnädig? Gott ist gnädig!

5. Suchen wir heute nach Stimmen, die uns etwas zu sagen haben? Kennen wir Bücher, die uns Halt geben? Finden wir im Info-Dschungel die Halt gebenden Menschen? Wessen Wort sagen wir weiter, empfehlen wir anderen?

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42. Nikolaus-Tag

© Alois van Doornick, Kalkar: Bild und Botschaft

32. Solidarität siegt. Nikolaus. St. Antonius Kalkar-Hanselaer.

Altarflügelrückseite 16. Jh. (Evangelium Lk 10,1-9)

 

Im Bild

Zu den unbekannten Kunstwerken gehört dies wegen des Lichteinfalls von hinten verblassten und nie restaurierten Altarbilds in St. Antonius Hanselaer. Es handelt sich um die Rückseite des linken Flügels, die bei geschlossenem Altar dann mittig links sichtbar würde. Das gerahmte Bild hat in sich noch einmal einen oben gerundeten Rahmen, den der Bischof als Lichtgestalt in ganzer Größe ausfüllt. Er trägt alle Pontifikalien der Barockzeit: Ring und Handschuhe, Bischofsstab mit Maria und Johannes unter dem Kreuz in der Krümme und drei Heiligendarstellungen auf dem linken Chormantelstab. Die Schließe trägt das „IHS“-Monogramm mit dem kleinen Kreuz darüber: Der Strich über den drei Buchstaben bezeichnete früher vor allem bei Jesuiten die Abkürzung des Namens „Jhesus“, aber auch „Jesus hominum socius“ (Gefährte der Menschen), „Jesus hominum salvator“ (Erlöser der Menschen) oder volkstümlich „Jesus, Heiland, Seligmacher“. Die drei Kinder im Zuber sprechen von der Sorge des Bischofs von Myra für verwaiste oder gar „gepökelte“ Kinder, wobei er hier nur segnet. Mancher mag bei Waschbütt denken an „und gebadet wurde samstags“. Neben anderen verwaschenen Inschriften ist die Bezeichnung „St. Nikolaus“ noch lesbar.

 

Die Botschaft

Aus dem Dunkel der Geschichte trittst du, Nikolaus, heraus. In die lichterfrohen Orte kommst du, Lichtgestalt, ins Haus.

Unmenschlich das Weltendunkel: Dein Weg geht den Nöten nach. Bischöflich als guter Hirte kommst du unter manches Dach.

Dort, wo Paulus Christus lehrte: Die Türkei war Heimat dir. Dass Gemeinden menschlich sorgen: Dafür stehst du heute hier.

Myra hatte reichlich Nöte, heute gibt’s nicht wen’ger Not. Und zum Brot der Lebensmittel braucht es viel an Liebesbrot.

 

Im sozialen Tun erleben wir, wo echtes Glück man spürt. Glaubenslehre prägtest mit du, Christus war dein Oberhirt.

Früh besuchtest du Konzile, schriebst am Credo selbst noch mit. Dass wir leben, was wir glauben, weise uns, ist unsre Bitt.

Bist ein Mann, der nicht lang zögert, handfest halfst du Hungernden. Handeln ist dir sehr vonnöten, Kindern bist du großer Fan.

Anwalt bleibst du, dass wir Kinder heut viel fördern, dass sie froh, fit fürs Leben, stark im Handeln werden durch uns morgen so.

 

Jedes Kind – war’n die Motive, dass du sorgend nachgingst dort – ist ein Gotteskind mit Zukunft: Schenk uns Kraft dafür im Ort!

Ungesehen, heimlich halfst du vielen ganz unheimlich viel. Ganz wie Gott wollt’st Menschen suchen du bewusst: Das war dein Ziel.

Glauben ist für dich gleich Handeln, ist nicht „überzeugt sein von“. Wenn wir an dir Beispiel nehmen, dann gelingt der Liebe Ton.

Nikolaus, lehr uns das Gehen! Glauben geht in Liebe gut. Nikolaus, so viele warten! Bischof, hilf, erbitt uns Mut!

 

„Niko-laós“, der Name kündet: „Volk kann siegen“, nicht entschwindet das Interesse an den Kleinen, die nicht zugehörig meinen
sich in der Gesellschaftrunde: Heut stehn sie in aller Munde, wenn Franziskus das „Erbarmen“ weltweit würdigt: Ja, die Armen
haben Vorrang, dort sich findet unser Gott, in ihnen kündet er sich für uns selbst am besten. Gottes Art ist‘s am gemäßten,

ohne Geld und Gold zu zeigen sich im Medien-/Kaufrausch-Reigen.

 

Fragend schauen wir noch heute, wie die reichen Kaufmannsleute einen armen Bischof wählten, ihn als ihren Mann gern zählten.

Schlug bei ihnen das Gewissen, ließen sie ansonsten missen Armensorge bei dem Handeln? Konnten Händler sich so wandeln,

dass sie Nikolaus nur als Bild ihrer Frömmigkeit gestellt? Händler wurden Handler früher: Armenstiftung und Spitäler
gründeten sie zeitig schon, nannten sie nach dem Patron. Heute sollten wir uns fragen: Können wir es selbst denn wagen,

 

unsre Händel hin zum Handeln so gezielt, bewusst zu wandeln, dass wir armes Volk anschauen, fremden Leuten Wohnstatt bauen,

integrieren, Brücken bauen, trotz Religionsgrenzen uns trauen, weil im Menschen Gutes findet überall man und sich kündet

Gott in jedem Menschenwesen, wie wir bei der Schöpfung lesen. Gott sucht Handler, praxisfeste Menschen, die spontan aufs Beste

nachahmen den Stadtpatron, die verstanden lange schon, wo die Not ist wie zu lindern bei den Großen, bei den Kindern.

 

Mögen damals Handelsstädte sich geziert mit ihm: Man hätte heute ziemlich viel vergessen, wenn wir vom Besitz „besessen“

händlerhaft das Handeln fehlen lassen und das Wichtigste verhehlen, dass uns jedes Gut ins Leben Gott umsonst hat mitgegeben.

 

Unser Händler-Stadt-Patron weist uns richtges Handeln schon, dass sozial wir Handel treiben, uns für Menschen gern aufreiben

ungesehn, spontan und still: Nikolaus Gott so zeigen will. Stark wie damals Christenleute können der Umgebung heute

Gott so predigen, nahebringen in ganz einfach guten Dingen. Nikolaus, Schiffer, Händlersmann, zeig uns, wie man handeln kann!

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43. 3. Advent

© Alois van Doornick, Kalkar: Bild und Botschaft

24. Er ist auf Erden kommen arm. Krippenlandschaft in St. Clemens Kalkar-Wissel

(Evangelium: Sonntagsevangelien vom 1. Advent bis Taufe des Herrn)

Im Bild

Die langjährige Wissler Haushälterin Dorothee Schlößer starb 2021 mit 100 Jahren und schwärmte immer von ihren riesigen Krippenlandschaften, die sie Jahr für Jahr nicht nur in der Kirche aufbaute. Zehn Wisseler hat sie infiziert, die schon am Christkönigsonntag die Landschaft mit viel Moos und braunen Papierbahnen erstellen. An jedem Sonntag kommen bis nach Dreikönige alt- oder neutestamentliche Szenen zur Darstellung, die auf das Weihnachtsgeheimnis deuten. Alle Gewänder bis zu den kleinsten Accessoires sind in ehrenamtlicher Arbeit bis ins Kleinste gestaltet. Die Kirche ist in dieser Zeit bis auf Dienstag täglich geöffnet.

 

Die Botschaft

Die Krippe bauen wir jedes Jahr hübsch auf und legen mit teuren Materialien Wert auf eine bibelgetreue Darstellung. Interessanterweise geben wir dem meist nicht durch die Art und Weise der Präsentation eine eigene Deutung. Nur der Bibeltext soll umgesetzt werden. Das ist hier in Wissel anders. Das Bild der Weihnachtsszene will ja keine Bauernidylle oder keine Hirtenstory bringen. Es könnte ja auch alles ein Spiegel sein, der mir vorgehalten wird:

  • Der gelassene Josef, der nicht viel redet, sondern handelt: Das sollte ich sein, der als Christ zupackt.
  •  Die nachdenkliche Maria, die das Geschehen bedenkt und glaubt: Das sollte ich sein, der als Christ die Botschaft aufnimmt.
  • Die eiligen – oft nicht so heiligen – Hirten, die Christus suchen: Das sollte ich sein, der es eilig haben sollte, wenn es um Jesus geht.
  • Die singenden Engel mit ihrem Gloria: Das sollte ich sein, der das Gotteslob freudig in der Gemeinde singt.
  • Ochs und Esel, die laut Jesaja ihren Herrn kennen und in der Krippe Futter suchen: Das sollte ich sein (bin ja oft genug ein Esel oder stur wie ein Ochse), der um Gott weiß und in der Bibel Nahrung fürs Leben sucht.
  • Und erst recht das Kind: Das sollte – und das ist keine Anmaßung – ich sein, der kindlich glaubt, kindlich betet, kindlich sich freut über Gott!

Bilder wollen bilden. Die Krippe bildet mich, bildet bei mir Neues. Und im Englischen heißt „build“ aufbauen. Wir sind noch bildungs- und ausbaufähig!            

 

Und da wir Ochsen und Esel im Neuen Testament nicht vorkommen, hier die alttestamentliche Quelle:

„Hört, ihr Himmel! Erde, horch auf! Denn der Herr spricht: Ich habe Söhne großgezogen und emporgebracht, doch sie sind von mir abgefallen. Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. Weh dem sündigen Volk, der schuldbeladenen Nation, der Brut von Verbrechern, den verkommenen Söhnen! Sie haben den Herrn verlassen, den Heiligen Israels haben sie verschmäht und ihm den Rücken gekehrt.“ (Jesaja 1,2-4)

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44. 4. Advent

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

46. Marias Lied. Heimsuchung, Chormantel in St. Nicolai, ca. 1540

(Evangelium: Begegnung Maria und Elisabeth; 4. Advent C 2021 Lk 1, 39 ff.)

 

Im Bild

Der Ausschnitt aus einem bildgeschmückten Zierborte des Chormantels zeigt die Begegnung von Maria, als Jüngere in Blau, und Elisabeth, in Rot und mit der Haube einer Ehefrau vor dem Hintergrund einer Burg, die vielleicht an den Monreberg erinnern soll. Die Szene ist in ein von schmalen Säulchen und einem muschelförmigen Türsturz gebildetes Tor gestellt als begegneten sich die beiden im Eingang des Hauses des Zacharias und der Elisabeth. Zudem ist links das „Gebirge“ angedeutet, über das die Gottesmutter eilte. Elisabeth weist mit der Hand auf den gewölbten Bauch in der Freude und gleichzeitig Deutung: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“

 

Die Botschaft

Lukas beschreibt bei Elisabeth (Lk 1) und Maria (Lk 2) zwei wundersame Geburtsereignisse, die die beiden Frauen wie auch Zacharias und Josef als Gottes Wirken wahrnehmen und Gott lobpreisend beantworten. Das ist so für alle jungen Eltern wegweisend. Dass Gott die so genannten „kleinen Leute“ einbezieht in sein Heilsgeschehen, macht dieses Ereignis so biblisch.

Ps 113 betet: „Wer ist wie der HERR, unser Gott, der wohnt in der Höhe, der hinabschaut in die Tiefe, auf Himmel und Erde? Den Geringen richtet er auf aus dem Staub,aus dem Schmutz erhebt er den Armen, um ihn wohnen zu lassen bei den Fürsten seines Volks. Die Kinderlose lässt er wohnen im Haus als frohe Mutter von Kindern.“

Der Psalm erinnert in manchen Teilen an das Magnifikat, das Maria sang, als sie spürte, dass sich in ihr und in Elisabeth gottgeschenktes Leben regte. (s. Kasten)

Ähnlich formuliert ist das Gebet der Hannah ( 1 Sam 1+2) im Alten Testament: Wir können Hanna, die Mutter Samuels, als ein Vorbild Marias ansehen. Hanna war die erste Frau des Elkana; sie litt sehr darunter, dass sie kinderlos blieb. Ihr Mann tröstete sie – er sprach: Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne? –, zugleich aber machte ihr die zweite Frau des Elkana das Leben schwer. Anlässlich einer Wallfahrt zum Heiligtum Gottes in Schilo gelobte sie, dass sie, falls ihr ein Sohn geschenkt würde, diesen dem Herrn weihen würde. Der Priester Eli bestärkte sie in ihrem Glauben; Hanna aber bat den Herrn, dass sie Gnade finden möge vor den Augen des Herrn. Hanna wurde schwanger und gebar einen Sohn, den sie Samuel nannte, was so viel heißt wie: „Ich habe ihn vom Herrn erhalten.“ Samuel salbte später in Bethlehem David zum König!

Als sie Samuel entwöhnt hatte, brachte sie ihn zusammen mit ihrem Mann zum Tempel in Schilo und übergab ihn dem Priester Eli. Sie sagte: „Ich habe um diesen Knaben gebetet, und der Herr hat die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe. Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern, er soll sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein.“ Und sie sang – wie später Maria – ein Lied:

„Mein Herz ist voll Freude über den HERRN, erhöht ist meine Macht durch den HERRN. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. Keiner ist heilig wie der HERR; denn außer dir ist keiner; keiner ist ein Fels wie unser Gott. Die Satten verdingen sich um Brot und die Hungrigen gibt es nicht mehr. Die Unfruchtbare bekommt sieben Kinder und die Kinderreiche welkt dahin. Der HERR macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf. Der HERR macht arm und macht reich, er erniedrigt und er erhöht. Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er behütet die Schritte seiner Frommen, … Seinem König gebe er Kraft underhöhe die Macht seines Gesalbten (= seines Christus)“ (1 Sam 2, 1-10)

Maria ließ es nicht beim Lob Gottes bewenden. Es folgte die Tat. Sie war zu Elisabet geeilt, die in fortgeschrittenem Alter ja ihr erstes Kind erwartete. Sie blieb bei ihr bis zur Niederkunft und half ihr in den letzten schweren Monaten der Schwangerschaft. So können auch wir um einander helfend und tatkräftig besorgt sein  u n d  dankbar beten.

 

Marias Magnificat (Lk 1, 46 ff. in Versen)

Die Größe des Herrn meine Seele gern preist,

mein Geist, wie er jubelt: Mein Retter Gott heißt!

Auf seiner Magd Niedrigkeit hat er geschaut,

für mich aller Völker Lobpreisung wird laut.

Der Mächtge hat Großes an mir ja getan,

sein Name ist heilig, ich bete ihn an.

Erbarmen zeigt er von Geschlecht zu Geschlecht

für die, die ihn fürchten, ihn ehren zu Recht.

Und machtvolle Taten vollbringt seine Hand,

zerstreut, deren Herz voll von Hochmut bekannt.

Die Mächtigen stürzt er herab von dem Thron,

die Niedrigen hebt er, so zeigt er den Lohn!

Die Hungernden reich er mit Gaben beschenkt,

die Reichen er reichlich mit Leere bedenkt.

Und Israels, des Knechtes, nimmt stets er sich an,

erbarmend schenkt er ihm Vergebung viel dann,

die er unsern Vätern verheißen längst schon,

dem Abraham und allen, die folgen, als Lohn.

Die Ehre dem Vater, dem Sohn und dem Geist,

wie anfangs, so fort, bis man ewig Gott preist.

 

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45. Heiligabend

© Alois van Doornick, Bild und Botschaft

86. Mitten unter uns ein Kind. Geburt Christi, Hochaltar St. Nicolai Kalkar, Ölgemälde auf Eichenholz, Jan Joest 1508

(Evangelium Lk 2; Mt 1, 18ff. Weihnachten ABC)

 

Im Bild

Wie vor dem Torso einer Kirchenruine (der untergegangenen „Hütte Davids“ vgl. Am 9, 11; Apg 15 16) knien anbetend Maria und Josef sowie zwei assistierende Engel vor dem nackten Baby Jesus, das unten auf dem blauen Gewandsaum Marias liegt. Diese Darstellung ist seit der Pilgereise Birgitta von Schwedens 1372 aus ihren Visionen verbreitet worden: Maria habe nach der Geburt in der Grotte das nackte Kind auf den blauen Schleier gelegt, es in strahlendem Licht angebetet und süßen Engelsgesang gehört. Robert Campin, Rogier van der Weyden und viele Niederländer haben diese Tradition aus Italien übernommen und so die bisherige Krippendarstellung verändert.

Obwohl Josef mit der Hand das Kerzenlicht auf die Szene lenkt, kommt das Licht vom Kind selbst und strahlt auf die Figuren aus. Der Ochse markiert die Mittelachse im Herabblicken auf das Kind, während der Atem des Esels oberhalb sichtbar ist. In den sich eröffnenden Freiraum links und rechts der Ruine sind zwei Szenen eingegliedert: Links weist ein Engel den Seher Johannes auf Patmos auf die Frau mit dem Kind in den Wolken des Himmels hin (vgl. Offb 15), während ähnlich die tiburtinische Sibylle Kaiser Augustus auf die Geburt ihn beerbenden neuen Königs und Kindes aus Maria hinweist. Der aus hellem Tuffstein gemauerte Ruinenrest hat unten eine romanische Nische mit einer verschlossenen Tür und oben ein angedeutetes Doppelfenster, das so häufig auf das Alte und Neue Testament verweist. Das Kind liegt am untersten Punkt der Mittelachse bzw. einer sich aus den Seitenbildern und Josef und Maria bildenden Ellipse.

 

Die Botschaft

Martin Luthers „Gelobet seist du Jesu Christ“ von 1524 formuliert in der 6. Strophe: „Er ist auf Erden kommen arm, dass er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich.“

Blau:    Der Mantel Marias wie das tiefe Meer, wie der Himmel

Rot:      Der Mantel Josefs wie Davids Königsmantel,              wie das Blut, die Liebe, die Rose

Grün:   Der Mantel des Engels wie Wiesen und Tannennadeln

Alle schauen nach dir. Freuen sich an dir. Danken für dich.

Mitten unter ihnen bist du. Ganz unten. Auf unserer Erde.

Dem Erdboden gleich. In die Tiefe gegangen. Zu Boden.

Vom Grund aufschauend. Du bist unser Grund zur Hoffnung.

Nacktes Leben. Leuchtend heller als irdisches Licht. Licht der Welt. Himmlisch.

Im dunklen Erden-Stall ist strahlende Farbe. Glanz auf Gesichtern.

Der Ochse stößt uns mit der Nase auf den Herrn. Die Engel summen Freudentöne.

Maria sammelt ihre Gedanken im Gebet. Josef hat die Erleuchtung. Das Kind ist einfach da.

Mitten unter uns. Genau so gemalt: Mitten. Unter. Uns.

Schutzlos. Staunend. Fröhlich. Erwartungsvoll. Präsent. In meiner Haut. Lächelnd. Wie jedes Kind.

Einfach zum Gernhaben. Er ist gar nicht so ohne. Er will etwas mit mir entwickeln. Er will mit mir wachsen.

Er hat hier viel „Ansehen“, aber er besitzt nichts. Er verbreitet ein Strahlen, aber er tut nichts.

Er liegt uns zu Füßen, aber fordert nichts. Er lässt tief blicken und kommt von oben.

Er ist vom Himmel gefallen und wird Mensch bei einfachen Leuten. Er ist völlig hilflos und hat Macht.

Er ist klein an Gestalt und groß in der Wirkung. Er ist arm dran und bereichert uns alle.

Jahwe heißt: Ich bin da!      

Jesus heißt: Gott rettet.

Du bist da. Da unten.

Zum Glück.

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46. Weihnachten (Fest der Hl. Familie)

© Alois van Doornick, Bild und Botschaft

85. Klein aber oho! Der zwölfjährige Jesus im Tempel, Hochaltar St. Nicolai Kalkar, Öl auf Eichenholz, Jan Joest, 1508

(Evangelium Lk 2,41; Hl. Familie C; 19.03 Fest des hl. Josef)

 

Im Bild

Der so gerade der Kindheit entwachsene Jesus ist klein dargestellt in der Bildmitte an den Stufen zum Sitz des ältesten Schriftgelehrten im Jerusalemer Tempel. Die linke Bildhälfte ist angefüllt mit den in Büchern nachschlagenden Schriftgelehrten unterschiedlichen Alters in expressiven Gewändern. In schlichten Pilgergewändern kommen von außen hinter einer Balustrade Maria und, verdeckt, Josef mit betender Gebärde aus einer mittelalterlichen Stadtumgebung, die hinter zwei Bögen sichtbar wird. Fußboden und Sitzgelegenheiten der beiden vorderen Männer sind St. Nicolai nachempfunden. Die fünf „Säulen“ und die fünf benutzten Bücher verweisen auf die Thora der fünf Bücher des Mose: Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium. Jesus ergreift mit der rechten Hand den linken Daumen in aufzählender Geste: Im Haus des Vaters setzt er mit dem ersten Gebot Gott an die Spitze. Der sitzende Mann im roten Tabbert rechts gibt sich bibelkundig, fällt aus dem Kreis der Diskutierenden eher heraus und schaut in bewusster Zuwendung den Betrachter direkt an. Dabei zeigt die Vorzeichnung einen im Buch vertieften, mit Brille lesenden Schriftgelehrten. Sollte er als Künstler oder Lehrer absichtlich nicht größer als Jesus wirken? Handelt es sich hier um einen bibelkundigen Kalkarer Zeitgenossen oder Geistlichen?

Die hohe Kunst des Malers zeigt sich in der Verwendung der verschiedenen Ebenen, die auch den Betrachter direkt ins Gespräch mit dem Bildinhalt bringen. Dies geschieht durch den uns zugewandten Mann rechts, durch das offene Buch des Hohenpriesters in der Mitte und die Zugewandtheit der Gottesmutter im Hintergrund. Auch der breite Rücken des grün Gewandeten verfehlt seine eingliedernde Wirkung nicht: Wir schauen also den Diskutierenden direkt über die Schulter. Zudem gibt es sowohl zeitgenössische und als auch biblische Accessoires. Die beiden Vorhänge, die Balustrade und die offenen Bögen schaffen verschiedene Bild-Räume, wobei der Blick mit der Perspektive des Kalkarer Fußbodens auf Maria zielt. Ihre Schmerzen bei der misslungenen Wallfahrt sowie die von ihr gesammelten Gedanken über diesen neuen Tempellehrer Jesus sind Inhalt der Betrachtung.

 

Die Botschaft

Der biblische Hinweis auf das Paschafest und die Auffindung ausdrücklich „am dritten Tag“ nimmt den Opfertod des „Lammes Gottes“ und seine Auferstehung schon vorweg. Im Gegensatz zum Bibeltext steht hier Jesus aufrecht und ist im Purpurgewand mehr Lehrer als dort berichtet Zuhörer und Fragensteller (Lk 2, 46). Die gesetzte Haltung und die exklusiven Kleiderformen erinnern an den Satz Jesu aus Mt 23, 3ff.: „Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten; denn sie reden nur, tun es aber nicht. Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, selber aber wollen sie keinen Finger rühren, um die Lasten zu bewegen. Alles, was sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, sie lieben den Ehrenplatz bei den Gastmählern und die Ehrensitze in den Synagogen und wenn man sie auf den Marktplätzen grüßt und die Leute sie Rabbi nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.“

Jesus verweist auf den Vater als Herr des Tempels. Sein Auftritt wirkt wie eine Ouvertüre zur kommenden Auseinandersetzung mit den Pharisäern und Schriftgelehrten. Darum sind hilfreich und zutreffend auch für eine Erneuerung von Kirche heute diese weiteren Sätze Jesu an der Stelle: „Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Denn ihr selbst geht nicht hinein und lasst die nicht hinein, die hineingehen wollen.“

Die Kirche hat sich in der Theologie und Auslegung oft als die Braut Christi und damit als die seine Botschaft im Herzen Bewahrende wie Maria gesehen und darin bei aller männlichen Präsentation ihre empfangende Weiblichkeit betont. Allein durch die Praxis großer Marienverehrung ist der Weg so im Sinne Jesu noch nicht zu Ende gegangen.

Die Selbstkritik und Neuausrichtung ist in einer „ecclesia semper reformanda“ notwendiges Tagesgeschäft.

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47. Neujahr

© Alois van Doornick. Kalkar, Bild und Botschaft

151. Der „Augen-Blick“: Betende Hirtenfamile, Öl auf Leinwand, spanisch?, um 1700?, Pfarrhaus Kalkar, auf neuem mit verdoppelter Leinwand hinterlegtem Keilrahmen, ohne Rahmen, sehr beschädigt

(Evangelium: Neujahr - Hochfest der Gottesmutter Maria

 

Im Bild

Vor einem Hintergrund aus offenem Himmel, Bergabhang und hölzernem rundem Torbogen kommt eine fünfköpfige Hirtenfamilie zur Anbetung des Kindes zu Maria und Josef. Eindeutig bildet Maria den Mittelpunkt: Sie ist frontal und alle anderen im Profil gezeigt. Maria, schräg sitzend, präsentiert in einer Halbdrehung der zum Teil knienden Hirtenfamilie ihr Kind auf einer mit gebundenem Stroh und herabhängenden Ähren bedeckten Krippe in weißen Tüchern. Der Moment, da sie den weißen Schleier über dem streng gewickelten Kind lüftet, wird gezeigt, während Josef in ihrem Rücken sie liebevoll mit den Gesten der Hände den Gästen präsentiert. Von rechts schauen auf Augenhöhe zum Kind zudem ein gehörnter Ochs und ein liegender Esel genauso wie die Hirten mit festem Blick auf das noch sehr kleine Kind, was sogar die drei himmlischen Heerscharen von oben herabschauend ebenso tun. Alle Gesichter sind ernst im Gebet. Die beiden jüngeren Männer haben ihren Hut abgesetzt, die jüngere Hirtin bringt auf dem Kopf einen Krug (Wasser?) herbei, während die knieende Alte mit dem betenden (Ehe-)Mann hinter ihr einen Korb Eier und die zugehörigen Hühner als Geschenk mitgebracht haben. Im Hell-Dunkel-Wechsel erscheinen die einzelnen Personen kontrastiert. Die präzise gemalten Köpfe mit langen Nasen wirken spanisch und edel, die Kleiderumhänge alles andere als bäuerlich. Vielleicht verbirgt sich hinter den fünf Hirten eine porträtierte fromm dargestellte Familie.

Von den fünf Hirtenleuten nehmen die Frauen Jesus Auge in Auge in den Blick, während die Männer eher auf Maria schauen. Die erstaunt auf die Alte blickende Maria scheint in sich versunken das Gehörte zu verarbeiten und zu bewahren. Alle Gesichter zeugen von einer intensiven Suche nach dem übermäßig klein dargestellten Kind.

 

Die Botschaft

Matthäus, der kein Wort von Hirten berichtet, benennt die Anbetung der drei Weisen deutlich: „ … da fielen sie nieder und huldigten ihm.“ (Mt 2, 11) Auch Herodes tut so, als wolle er dem neuen König „huldigen“. Lukas erzählt vom Besuch und Bericht der Hirten und vom Staunen der Umgebung, aber nichts von knieenden oder anbetenden Menschen. Außer der nachdenklichen Maria ist also im Bild nichts so wie im biblischen Bericht: Weder das Überbringen von Gaben durch die Hirten zur Unterstützung der zugereisten jungen Familie noch die Anbetung des Kindes.

Die Verquickung der Anbetung der Könige mit der Verehrung der Hirten mag seinen Grund haben in der Spiritualität der weihnachtlichen Christusverehrung. Die Bibel kennt ursprünglich nur an der Stelle das Lob Gottes, aber noch nicht das Lob des Sohnes Gottes, der Ankunft des verheißenen Messias. Dies mag begründet sein in den Texten der weihnachtlichen Lieder („Kommt, lasset uns anbeten“) und der eucharistischen Praxis der „Pastores“ (lat. für Hirten) bei der Anbetung des „Lamm Gottes“ im Schoß der Jungfrau Maria.

Man sieht in diesem Bild, wie die Verehrungspraxis und das volkstümliche Liedgut der Zeit neue Tatsachen schaffen:

  • Maria lüftet sozusagen das Geheimnis der Menschwerdung Gottes.
  • Menschen gehen in die Knie vor dem Gotteskind geboren aus einem Menschenkind.
  • Mögen Könige gehobene Gaben bringen, einfache Menschen erfreuen mit nötigen Dingen und einfachen Gaben.
  • Jung und Alt staunen gleichermaßen und lassen sich von Maria den Christus zeigen.
  • Ochs und Esel mit Blick auf die Nahrungsquelle stehen laut Jesaja 1, 3 für das Gott suchende einfache Volk, während die eigentlich sich als Glaubenden rühmenden Israeliten ihren Gott vergessen haben.
  • Im Fensterkreuz und in den Hühnereiern kann schon Passion und Ostern, Tod und Auferstehung angedeutet sein.
  • Ein Kölner Lied aus 1621 lässt einen Hirten sagen: „Das Kind zu mir die Äuglein wandt, mein Herz gab ich in seine Hand.“ (GL 246, 5) Wir bekommen Ansehen, wenn wir das Kind ansehen. Und dann wollen wir dem Gottessohn mehr geben als nur unsere kurze Präsenz: Wir gehen beherzt anders weiter nach Weihnachten ins Neue Jahr.

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48. Taufe des Herrn

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

150. Im Namen des Herrn. Chorfenster St. Peter und Paul Grieth, Dieter Hartmann/Glasmalerei Derix-Kevelaer, 2006

(Evangelium Fest der Taufe Jesu, 1. So. C Jes 40, 1; Tit 2, 11; Lk 3, 15.16.21-22: Der dreifach sich entfaltende Gott)

 

Im Bild

Im Jahr 2006 begann Dieter Hartmann aus Köln nach der Öffnung des vermauerten Mittelfensters im Griether Chorraum mit der Gestaltung der vier Chorfenster, denen er den Namen „Gnadenstrom“ gab im Anklang an den Rhein-strom: Wie der belebende strömende Regen niederrheinischen „Usselwetters“ wirken die senkrecht laufenden Bänder, die teils farbig und unterbrochenen eine aufheiternde Stimmung erzeugen. Während im rechten Seitenfenster in den Fischblasen die zwei Schlüssel der ursprünglich nur nach Petrus benannten Kirche St. Peter und Paul zeigen, haben die drei Chorfenster dort die Symbole der Dreifaltigkeit: Links das „PX“ (eigentlich XP für Chi und Rho als erste Buchstaben von Christus). Mittig das Dreieck mit dem Kreis in der Mitte für den Vater. Rechts die Taube für den Heiligen Geist. Das Mittelfenster zeigt sieben nach unten weisende mehrgliedrige Spitzbögen-Halbkreise: Gnade fließt.

Die Siebenzahl weist auf die sieben Gaben des Geistes und die Bestärkung aus der Feier der sieben Sakramente hin.

 

Die Botschaft

 

Gott Vater, der du über allem und in allem bist

Gott Sohn, der du unter uns für uns Mensch wurdest

Gott Heiliger Geist, der du unser innerster Trost bist

 

Gott Vater, der du den Menschen erschufst als dein Abbild

Gott Sohn, der du eine Passion hast für die Welt

Gott Heiliger Geist, der du brennend in uns betest

 

Gott Vater, der du den Lebenseinsatz Jesu annimmst

Gott Sohn, der du uns Kunde vom Vater gebracht hast

Gott Heiliger Geist, der du von beiden ausgehst

 

Gott Vater, der du uns Menschen nicht im Tod lässt

Gott Sohn, der du uns eine ewige Wohnung bereitest

Gott Heiliger Geist, der du uns in alle Wahrheit einführst

 

Gott Vater, der du Anfang und Ende bist, Alpha und Omega

Gott Sohn, der du als unser Anwalt beim Vater eintrittst

Gott Heiliger Geist, der du in uns Leben weckst

 

Gott Vater, trotz meiner Fragen: Ich glaube an dich

Gott Sohn, trotz aller Einwände: Ich hoffe auf dich

Gott Heiliger Geist, trotz meiner Schwächen: Ich liebe mit dir

 

Gott Vater, in deinem Namen finden wir Glück

Gott Sohn, in deinem Namen sammeln wir uns

Gott Heiliger Geist, in deinem Namen hat unser Wirken Flügel

 

Gott Vater, in deinem Auftrag bin ich in diese Welt geboren

Gott Sohn, in deinem Auftrag baue ich mit an deinem Reich

Gott Heiliger Geist, in deinem Auftrag will ich die Liebe leben

 

Gott Vater, in dir ist endlose Fülle

Gott Sohn, in dir ist unvorstellbare Nähe

Gott Heiliger Geist, in dir ist freudige Sehnsucht

 

Gott Vater, du belebst deine Kirche

Gott Sohn, du versöhnst uns mit Gott

Gott Heiliger Geist, du tröstest uns in der Traurigkeit

 

Gott Vater, du hast Jesus zum Leben erweckt

Gott Sohn, du bist auferstanden von den Toten

Gott Heiliger Geist, du hast gewirkt in Maria

 

Gott Vater, wir sind Schwestern und Brüder deines Sohnes

Gott Sohn, wir sind durch dich Kinder Gottes

Gott Heiliger Geist, in dir beten wir: Abba – Vater

 

Gott Vater, deine Hand liegt liebevoll auf uns

Gott Sohn, du wohnst in unserem Inneren

Gott Heiliger Geist, du handelst kreativ durch uns

 

Gott Vater, mein Schöpfer, ich lobe dich

Gott Sohn, mein Freund, ich vertraue dir

Gott Heiliger Geist, mein Antrieb, ich überlasse mich dir

 

Gott Vater, wohne in unserem Denken

Gott Sohn, geh mit uns zu den Menschen

Gott Heiliger Geist, beflügele unsere Liebe

 

Gott Vater, behalte die Armen im Blick

Gott Sohn, führe uns zu den Leidenden

Gott Heiliger Geist, halte uns Sündern den Himmel offen

 

Gott Vater, zeige dich den Menschen barmherzig und gnädig

Gott Sohn, sei mit deiner Kirche auf dem Weg

Gott Heiliger Geist, schenke den Bedrückten Freude und Licht

 

Gott Vater, gib Frieden und Gerechtigkeit deiner Welt

Gott Sohn, nähre uns in den Sakramenten und in deinem Wort

Gott Heiliger Geist, führe die Völker hinein in Gottes Welt

 

Gott Vater, du bist verherrlicht in deinen Heiligen

Gott Sohn, du hast dich geheiligt für uns

Gott Heiliger Geist, du heiligst unser Leben

 

Gott Vater, wir dürfen lieben im Geist deines Sohnes

Gott Sohn, du entzündest unser Herz im Geist des Vaters

Gott Heiliger Geist, du führst uns in die Gemeinschaft des

Vaters und des Sohnes

Ehre sei dem Vater …

 

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49. 2. Sonntag im Jahreskreis

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

153. So freut sich dein Gott über dich. Joachim und Anna im Marienaltar, St. Nicolai Kalkar, Ludwig Jupan, 1508, Eichenholz. (Evangelium 2. So. C: Jes 62, 1-5; 1 Kor 12, 4-11; Joh 2, 1-11)

 

Im Bild

Diese im Marienaltar erzählte Vorgeschichte zu Maria und Josef über das Ehepaar Joachim und Anna entstammt dem Pseudo-Evangelium des Jakobus, das immerhin in der äthiopischen Kirche als bibelgleicher Text genutzt wird. Wie Hannah in 1 Sam 1 ist Anna lange unfruchtbar: Ein Kind wird ihr erst nach intensiven Gebeten um die Abwendung des Schicksals als kinderloser Frau versprochen. Joachim wurde beim Opfern im Tempel zurückgewiesen, als er als Erster und dazu das Doppelte von seiner Herde opfern wollte, und ging danach traurig zu seinen Schafen in die Wüste zur Buße und innerer Erneuerung (s. Darstellung über dieser Szene). Durch die Botschaft eines Engels veranlasst trifft er freudestrahlend seine Frau Anna auf der Treppe vor der Goldenen Pforte des Tempels, die ihm gleichfalls die frohe Botschaft der Schwangerschaft mitteilt: Mit wehendem Mantel und spannender Fußstellung umarmt er freudig seine Frau und küsst sie. Sie hatte in ihren Gebeten wie Hannah in 1 Sam 1 ihr kommendes Kind (Maria), sei es was es wolle, Gott zur Verfügung gestellt. Einige mittelalterliche Schriften sehen daraus hergeleitet die unbefleckte Empfängnis Marias, die am 8. Dezember gefeiert wird.

 

Die Botschaft

„Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich“ (Jes 62, 5): Das ist eine Ansage! Nach all der Zeit der „Verwüstung“, des Gefühls der „Verlassenheit“, der Abwendung des Volkes von Gott, verkündet Jesaja im „Trostbuch“ die Liebesbewegung Gottes zu seinem Volk.

Wie schnell kommen die Worte „Das bringt doch nichts“, „Da kommt doch keiner“, „Das wollen die Leute nicht“, „Da kannst du machen, was du willst …“: Es gibt die Bewegung Gottes auf die Menschen zu: „Sein Wort kehrt nicht erfolglos zurück“, „Er erneuert seine Liebe zu dir“, „Vielleicht kehrt Gott um“, „Ich traue dich mir an auf ewig“, „Ich bin da!“, „Sein Zeichen über dir heißt Liebe“, „Der Herr hat an dir Gefallen und dein Land wird mit ihm vermählt“, „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt“, „Gott hat uns zuerst geliebt“, „Im Anfang war das Wort“. Wenn Jesus die Hochzeit der Menschen besucht und dort mit 600 Litern Wein eine Fülle an Lebensfreude schenkt, dann spricht daraus die bräutliche Zuwendung Gottes, der die leeren Krüge über Erwarten reichlich füllt. Sein erstes „Zeichen“ in Kana ist nur ein Vorzeichen für sein großes Zuwendungszeichen, das die Erhöhung am Kreuz für alle sein wird: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen!“

 

Ehelied von der Ehe-Liebe des Schöpfers

 

1. Als unsre Welt erst zu atmen begann,

als unser Schöpfer die Schöpfung ersann,

sprach er zum Menschen im Erdengefild:

Ich will dich schaffen als mein Ebenbild.

 

2. Vater und Sohn, ihr, und Heiliger Geist,

ihr unter euch euch als Liebe erweist.

Einig nach innen und äußernd als drei:

Liebe, die lebt aus euch, die macht uns frei.

 

3. Mann und Frau wirken mit Gott in der Welt.

Gott sucht uns Menschen, so hat er’s bestellt,

dass durch uns Liebe wirkt Wunder noch neu,

täglich sein Lieben die Umwelt erfreu.

 

4. Menschen nach göttlichem Bilde sind wir.

Liebe zu geben ist unser Gespür,
Einsatz zu wagen und schöpferisch sein,

alles zu teilen: Gott lädt dazu ein.

 

5. Menschen in Vielfalt als Bild ihres Herrn;

Mensch in Gemeinschaft: so sieht Gott es gern,

Menschen, die mitschöpfend zeugen auch neu

Kinder, dass weiter die Welt menschlich sei.

 

6. Vater, schenk sorgende Liebe uns viel!

Sohn, sei uns Bruder, Licht, Brot, Weg zum Ziel!

Geist, sei Impuls, Feuer, Band, Atem, Ruh!

Nehmt uns als Werkzeug der Liebe hinzu!

 

7. Sehr dankbar sehen wir an jedes Paar,

spür’n, wie die Liebe ist schöpferisch da,

bitten, dass wir dich behalten im Blick,

bringen dir Dank für die Liebe zurück.

 

8. Dreifaltigkeit, Vater, Sohn, Heilger Geist,

im Kreuzeszeichen man täglich euch preist.

Ihr legt ein „Plus“ über Geist uns und Leib,

dass großer Segen uns Tag und Nacht bleib.

 

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50. 3. Sonntag im Jahreskreis

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

152. Geisteswort. Kanzel in St. Nicolai Kalkar. Eiche, 17. Jh.

(Evangelium 3. So. C: Neh 8, 2-10; 1 Kor 12, 12 – 31a; Lk 4, 14ff.)

 

Im Bild

Während der Schalldeckel aus der Kanzel-Stiftung des Kalkarers Theodor Metzmecher 1667 stammt, ist dieser Kanzelkorb aus ähnlicher Zeit aus dem Dominikanerkloster erst 1802 nach St. Nicolai gekommen, als der letzte Dominikanerprior Pfarrer von Bedburg-Hau wurde und den Kalkarer Kanzelkorb dorthin mitnahm, wo dieser heute (etwas verstümmelt) als Ambo dient.

Die Kanzel-Prediger waren früher, als der Schalldeckel den Schall in eine Kirche ohne Mikrofonanlage tragen musste, in einen opulenten Rahmen gestellt: Die Douvermann-Figur des Täufers Johannes rief auch den Prediger selbst zur Umkehr. Die Geist-Taube mit dem durch ein Kreuz verdichteten Sonnenstrahlenbündel unter dem Deckel spielt natürlich auf die Erscheinung der Taube über Jesus bei dessen Taufe im Jordan an: Ob auch Gott an den Worten jedes Predigers wie an seinem Sohn Jesus immer „Gefallen gefunden“ (Mt 3, 17 par) hat, müsste im Einzelfall noch geklärt werden. Vier hochrangige lateinische Kirchenväter, aus deren Schriften ein Prediger seine theologischen Gedanken herholen konnte, umstehen den Kanzelkorb. Die damals in Massenware für barocke Kirchen gefertigten rechteckigen Bildeinsätze für Kanzelkörbe zeigen von links nach rechts: Hieronymus (mit dem Löwen), Augustinus (mit dem Herz), Gregor (mit Papstkrone) und Bischof Ambrosius von Mailand (mit dem Bienenkorb). Aber selbst der alle scholastische Theologie prägende Thomas von Aquin hinter dem Prediger meinte von seinen viele Regalmeter füllenden Büchern am Lebensende: „Alles, was ich geschrieben habe, ist nur Stroh, verglichen mit der Herrlichkeit, die mich erwartet!“ Bei der Neuaufstellung der Altäre in St. Nicolai im Jahr 2000 wurde die Kanzel aus früheren Einzelteilen nun wieder so rekonstruiert, wird aber nicht mehr für den Predigtdienst genutzt. Wegen des hohen theologischen Umfeldes? Eher weil eine Begegnung auf Augenhöhe und kein „Abkanzeln“ erwartet werden.

 

Die Botschaft

„Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen und er wird den Völkern das Recht verkünden.“ (Mt 12, 18) Jeder Prediger ist ein „alter Christus“, ein zweiter Christus, der den Menschen Christus gerade auch durch seine eigene Person näher bringen darf. Darum hat Franziskus bei aller Kritik an der verfassten Kirche die Priester immer sehr hoch geschätzt und geachtet.

Schön ist die alttestamentliche Erinnerungsgeschichte an die „Auffindung des Wortes Gottes“. Hat Esra wirklich tagelang aus der Bibel vorgelesen? Hätten wir heute spontane Freude an jedem Wort? „Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz …“ Aber auch heute erheben wir uns, sagen „Ehre sei dir, o Herr!“ und „Amen“ wie damals. Auch heute feiern wir den Sonntag als Tag des Herrn, „halten ein festliches Mahl“ und trinken am Sonntag auch „süßen Wein“ und geben in der Kollekte „auch denen etwas, die selbst nichts haben“. Denn „die Freude am Herrn“ ist unsere Stärke!

Die Rede in der zweiten Lesung von den Gaben des Geistes in der Gemeinde für die „Apostel“, „Propheten“, „Lehrer“ und alle, die heilende Kräfte haben, spricht von den Charismen, die unterschiedlich verteilt, aber real und wirksam da sind bei allen, die mit Christus in dieser Welt wirken wollen.

In Lk 4 stellt der Evangelist nach der Kindheitsgeschichte sehr programmatisch den ersten Auftritt Jesu in seiner Heimatstadt dar: Ablehnung und Geisttätigkeit kommen zum Tragen. Die Priorität des Wirkens Jesu für die Armen, Entrechteten, Gefangenen, Kranken und die Sünder gegenüber den traditionell Gläubigen und Bibelkundigen erregt von Anfang an Kritik, ist aber gut biblisch belegt bei Jesaja.

Von der Selbstoffenbarung und Gnade sprachen an den beiden letzten Sonntagen die Taufe Jesu („Du bist mein geliebter Sohn“) und die Wein- oder besser Gnadenfülle beim ersten Wunderzeichen in Kana. So tritt Jesus in diesen Geiststrom Gottes zugunsten der Menschen ein. Und auch jede und jeder „Geistliche“, alle, die in der Katechese zuhause, im Kindergarten, in der Schule „Lehrende“ und „Apostel“ sind, stellen sich in diese Geistzuwendung, die Gott durch jeden „Christen“ der Umgebung vermitteln will. Der Geist Gottes wirkt in allen … Und besonders für die Armen. Darum verbietet sich ein „Predigen von oben herab“ …

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