AvD-Schatzkiste

Die Texte sind zur privaten Nutzung frei.

Sonntags-Bildgedanken

Archiv Sonntagsbildgedanken 2020/2021

01. 5. Fastensonntag
02. Palmsonntag
03. Gründonnerstag
04. Karfreitag
05. Karsamstag
06. Ostern
07. Ostermontag
08. Weißer Sonntag
09. 3. Ostersonntag
10. 1 Mai
11. Marienmonat Mai
12. 4. Ostersonntag
13. 5. Ostersonntag
14. 6. Ostersonntag
15. Christi Himmelfahrt
16. 7. Ostersonntag
17. Pfingstsonntag
18. Pfingstmontag
19. Dreifaltigkeitssonntag
20. 11. Sonntag im Jahreskreis
21. 12. Sonntag im Jahreskreis
22. 13. Sonntag im Jahreskreis
23. 14. Sonntag im Jahreskreis
24. 15. Sonntag im Jahreskreis
25. Jakobustag am 25. Juli
26. 16. Sonntag im Jahreskreis
27. 17. Sonntag im Jahreskreis
28. 18. Sonntag im Jahreskreis
29. 19. Sonntag im Jahreskreis
30. 20. Sonntag im Jahreskreis
31. 21. Sonntag im Jahreskreis
32. 22. Sonntag im Jahreskreis
33. 23. Sonntag im Jahreskreis
34. 24. Sonntag im Jahreskreis
35. 25. Sonntag im Jahreskreis
36. 26. Sonntag im Jahreskreis
37. 27. Sonntag im Jahreskreis Erntedank
38. 28. Sonntag im Jahreskreis
39. 29. Sonntag im Jahreskreis
40. 30. Sonntag im Jahreskreis
41. 31. Sonntag im Jahreskreis Allerheiligen
42. 32. Sonntag im Jahreskreis
43. 33. Sonntag im Jahreskreis
44. 34. Sonntag im Jahreskreis, Christkönigsfest
45. 1. Advent
46. 2. Advent
47. 3. Advent
48. 4. Advent
49. Heiligabend
50. Weihnachten
51. 1.Sonntag nach Weihnachten
52. Neujahr
53. 2. Sonntag nach Weihnachten
54. Heilige Dreikönige
55. Taufe des Herrn
56. 2. Sonntag im Jahreskreis
57. 3. Sonntag im Jahreskreis
58. 4. Sonntag im Jahreskreis
59. 5. Sonntag im Jahreskreis
60. 6. Sonntag im Jahreskreis
61. Aschermittwoch
62. 1. Sonntag der Fastenzeit
63. 2. Sonntag der Fastenzeit
64. 3. Sonntag der Fastenzeit
65. 4. Sonntag der Fastenzeit

Archiv Sonntagsbildgedanken 2021/2022

01. 5. Fastensonntag
02. Palmsonntag
03. Gründonnerstag und Karfreitag
04. Ostern
05. Weißer Sonntag
06. 3. Sonntag der Osterzeit
07. 4. Sonntag der Osterzeit
08. 5. Sonntag der Osterzeit
09. 6. Sonntag der Osterzeit
10. Christi Himmelfahrt

11. 7. Sonntag der Osterzeit
12. Pfingsten
13. Dreifaltigkeitssonntag
14. 10. Sonntag im Jahreskreis
15. 11. Sonntag im Jahreskreis
16. 12. Sonntag im Jahreskreis
17. 13. Sonntag im Jahreskreis
18. 14. Sonntag im Jahreskreis
19. 15. Sonntag im Jahreskreis
20. 16. Sonntag im Jahreskreis

21. 17. Sonntag im Jahreskreis
22. 18. Sonntag im Jahreskreis
23. 19. Sonntag im Jahreskreis
24. 20. Sonntag im Jahreskreis
25. 21. Sonntag im Jahreskreis
26. 22. Sonntag im Jahreskreis
27. 23. Sonntag im Jahreskreis
28. 24. Sonntag im Jahreskreis
29. 25. Sonntag im Jahreskreis
30. 26. Sonntag im Jahreskreis

31. 27. Sonntag im Jahreskreis
32. 28. Sonntag im Jahreskreis
33. 29. Sonntag im Jahreskreis
34. 30. Sonntag im Jahreskreis
35. 31. Sonntag im Jahreskreis
36. 32. Sonntag im Jahreskreis
37. 33. Sonntag im Jahreskreis
38. Christkönigsfest
39. 1. Advent
40. Sonntagsgedanken zum 01.12.2021

41. 2. Advent
42. Nikolaus-Tag
43. 3. Advent
44. 4. Advent
45. Heiligabend
46. Weihnachten (Fest der Hl. Familie)
47. Neujahr
48. Taufe des Herrn
49. 2. Sonntag im Jahreskreis
50. 3. Sonntag im Jahreskreis

51. 4. Sonntag im Jahreskreis
52. Mariä Lichtmess
53. 5. Sonntag im Jahreskreis
54. 6. Sonntag im Jahreskreis
55. 7. Sonntag im Jahreskreis
56. 8. Sonntag im Jahreskreis
57. 1. Sonntag der Fastenzeit
58. 2. Sonntag der Fastenzeit
59. 3. Sonntag der Fastenzeit
60. 4. Sonntag der Fastenzeit

41. 4. Advent

© Alois van Doornick, Kalkar: Bild und Botschaft

29. Asylfamilie auf Wohnungssuche in Ägypten. Flucht nach Ägypten aus dem Sieben-Schmerzen-Altar in St. Nicolai Kalkar. Henrik Douvermann, Eiche, 1510

(Evangelium Mt 1, 18-25. Josefsfest 19.03.; 4. Advent A)

 

Im Bild

Mir kommt er vor wie von Ferdinand Langenberg um 1900 neu nachgeschnitzt im Vergleich zum Holz der anderen Figuren: Für diese Aufnahme war der gepäckbeladene Josef aus dem „Fach“ der Flucht nach Ägypten herausgenommen. Die Räuber erschrecken sich, ein Götze verneigt sich und im Hintergrund wird erst für viele Maria auf dem Esel ahnbar in der tiefen figurenreichen Nische.

 

Die Botschaft

Im ersten Buch des Alten wie des Neuen Testaments stehen vergleichbare Geschichten: „Sie gab ihm den Namen Josef - Möge er noch hinzufügen - und sagte: Der HERR gebe mir noch einen anderen Sohn hinzu.“ (Gen 30,34) Rahel gebar dazu dann auch dem Jakob/Israel als Zwölftes „Benjamin“, das „Glückskind“. „Er gab ihm den Namen Jesus“ (Mt 1,25), erinnert Matthäus an die Vaterpflicht zur Namenszuteilung und an die alte Josefsgeschichte: „Jesus“ heißt: „Gott rettet!“

Die alte Josefs-Geschichte mit seinen Verwicklungen zu Pharaos Zeiten steht natürlich hinter dieser Flucht nach Ägypten, der „Umkehrgeschichte“ sozusagen. Der Messias wird mit der Herkunftserzählung Israels verknüpft und Jesus damit als der neue Mose präsentiert: Wie aus dem Nil das Kind Mose gezogen wurde, so wird das Baby Jesus als Flüchtlingskind aus Ägypten herausgerufen. Gern wird dazu noch der Prophet Hosea zitiert, dessen Figur im Marienleuchter deshalb gezeigt wird: „Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten.“ (Hos 11,1) Der Geburtsort Bethlehem hatte ihn schon in die Königsreihe mit dem dort als Hirtenjunge tätigen David und Salomo gestellt, wie es der Siebenschmerzen-Altar und der Marienleuchter in St. Nicolai tun.

  • Ich bin sehr dankbar, dass ich immer tiefer die Verwobenheit unserer beiden Bücher des Glaubens AT und NT spüren darf. Erhellendes findet sich darin zu wissen., dass unsere Christengeschichte nicht nur 2000 Jahre alt ist.
  • Jesus war immer für „draußen“: Stall Bethlehems, Dörfer Galiläas, Fischer, Sünder, Kranke, Kreuz Golgotha …
  • Seit „Ich bin dann mal weg“ wissen wir, wie gut es tut, eine Auszeit zu nehmen und einen anderen Blick.

 

 

1. Schweige, Josef, weiter schweige! Sag kein Wort! ER ist das Wort.

Neige, Schweiger, weiter neige IHM dein Ohr und geh nicht fort!

Träume, Josef, wachsam träume! Wache! Auf! Wach auf mit Mut!

Räume, Träumer, weiter räume IHM den Platz, den Platz ein gut!

 

2. Sprich nicht, Josef, vorschnell sprich nicht aus, was unaussprechlich voll!

Ruhig, sprachlos Ruhe schenkst du, bist Maria Ruhepol.

Stumm bleib staunend, still verstumme vor des Allerhöchsten Wort!

Still schau schauernd, still verstehe: Krippe wird dem Wort zum Ort!

 

3. Schlafe, du Gerechter, schlaf nicht schnell bei Betl’hems Hirten ein!

Rufen, Josef, neu berufen lässt dein Davidsohn sich klein.

Höre, Josef, innen höre Gottes Hirtenmelodie!

Engels Singen, Glorias Klingen: Inn’geres wirst du hören nie.

 

4. Neige, Hörer, neig dein Herz hin, tief verneige dich vor IHM!

Steige, nach Ägypten steige: Dorther ruft der Vater IHN.

Sinne, Josef, Sinn erspüre, was seit Anbeginn erdacht!

Der im Anfang schuf die Erde, Gottes WORT, zeigt Anfangsmacht.

 

5. Flieh, Engagierter, flieh dem Alten, flieh vor Macht und Reichtumskron.

Siehe, es will Neues walten, Armen, Schwachen steht der Thron.

Fliehe, Josef! Flüchtlingskindern schenkt dies Kind sich arm und reich.

Du, Handwerker, darfst nicht hindern, dass Gott Menschen macht sich gleich.      (singen nach GL/MS 770 Sion singe)

 

Den Text zum ausdrucken (hier klicken)

42. Heiligabend

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

196. Königin des Friedens. Immerwährende Hilfe. Ikone auf Blech. 1930er Jahre. Vier Kartuschen aus dem 2. Weltkrieg zu Blumenvasen umgeschmiedet um 1950 (Evangelium Weihnachten Jes 9, 1-6; Lk 2, 1-14)

 

Im Bild

Wie leicht verfehlen wir den Inhalt bei Marienbildern, wenn wir den kleinen Jesus nicht für das Wichtigste halten. So golden der Hintergrund und so groß Maria: Jesus wird uns liebevoll überreicht.

Die Präsentation der „Immerwährenden Hilfe“ geht auf die Volksmissionen der Redemptoristen-Prediger zurück: Bei ihren Volksmissionen verbreiteten die Redemptoristen diese Kopien des seit 1867 in ihrer römischen Kirche verehrte Gnadenbildes, einer ihnen vom Papst geschenkten Ikone des 14. Jahrhunderts von ca. 40x50 cm auf Nussbaumholz.

Maria im blauen Ober- und rotem Untergewand trägt den in Grün und Gold gewandeten Jesus. Beide mit Nimbus. Beide mit sehr stark mit Steinen geschmückten Kronen. Beide mit griechischen Buchstaben als „Mutter Gottes“ und „Jesus Christus“ bezeichnet. Auch Michael und Gabriel haben Namenskürzel neben sich. Sie zeigen dem überraschten Jesus das Kreuz und die Leidenswerkzeuge, dergestalt dass der barfüßige Jesus nicht von den Socken, aber „von der Sandale“ ist, die unten herabfällt.

Bei der Sprengung der neugotischen Lambertuskirche durch sich zurückziehende deutsche Soldaten im März 1945 erlitt das Bild Beulen und Abschabungen, wurde aber auch 1972 so wieder in die neue Kirche zur Verehrung gleich im Eingang aufgenommen. Die Blumenvasen oben werden nicht nur zu Fronleichnam zum Blumenschmuck der Gottesdienste genutzt: Sie sind aus am Ende des Zweiten Weltkriegs aufgefundenen Kartuschen der Flak-Geschütze geformt und umgearbeitet: Schwerter zu Pflugscharen! Patronen zu Vasen!

 

Die Botschaft

Das Stichwort wird interessanterweise in drei Büchern im Alten Testament zitiert: „Er wird Recht schaffen zwischen vielen Völkern und mächtige Nationen zurechtweisen bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht mehr das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.“ (Micha 4, 3 wie Joel 4, 10; Jes 2, 4) Micha kündigt im nächsten Kapitel den Messias an: „Aber du, Betlehem-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit. Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des HERRN, denn nun wird er groß sein bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.“ (Micha 5, 1)

Weihnachten suchen wir den Frieden der Familiengemeinschaft und der freundlichen Begegnungen bei liebevoll gedeckten Tischen, ausgesucht schönen Geschenken und den allerbesten Getränken aus unserem Vorrat. Der Krieg an Europas Grenzen macht allen über 80-Jährigen die eigenen Kriegerlebnisse wieder präsent.

Die Idylle der Weihnachtsgeschichte täuscht über die Besatzungslage in der Römerherrschaft damals schnell hinweg: Maria und Josef mussten sich sozusagen „neue Papiere“ für die Steuererklärung in ihrem Geburtsort Bethlehem besorgen. Maria erlitt als Schwangere durch den Willkürakt des Kaisers Augustus Unsägliches . Anschließend wurden sie zu Asylanten und mussten nach den ersten hundert Kilometern bis Bethlehem nun weiter hunderte Kilometer nach Süden ins rettende Ausland Ägypten: „Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten.“ (Hos 11, 1; Mt 2, 15) Nach Jahren erst ging es in Nazareth weiter. Ähnlich werden die Ukrainer erst nach Jahren in die Heimat zurückkehren können …

Das kriegsbeschädigte Weihnachtsbild enthält nicht nur die Spuren des Krieges, sondern auch die Vorzeichen des Leidens Jesu: Kleine Engel zeigen dem Kind die Werkzeuge der Passion. Wahrscheinlich wären unsere Babys heute auch „von den Socken“ oder „von den Sandalen“, wenn sie die ganzen Ausmaße künftiger Kriegs- und Todesaktivitäten kennten. Dennoch haben wir die Hoffnungsbotschaft auch bereits bei Jesaja: „Denn sein drückendes Joch und den Stab auf seiner Schulter, den Stock seines Antreibers zerbrachst du wie am Tag von Midian. Jeder Stiefel, der dröhnend daher stampft, jeder Mantel, im Blut gewälzt, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers. Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.“ Die Botschaft Gottes könnte stärker für Menschenköpfe nicht sein: Gott in Menschenhaut, Gott im Menschenkind. Das ist zum Staunen, Menschenskinder! Maria ist die Vase, die Blume, Jesus das Geheimnis in der Rose, die gebenedeite Frucht. „Im Winter wächst das Brot“ meint Ida-Friederike Görres im Blick auf die Weizenwintersaat: Die Kriegsnacht dieses Winters wartet auf einen neuen Morgen. Die Glaubensmüdigkeit will sich von den unvoreingenommenen Kinderauen wecken lassen. Das Kind will in uns auf-leben. Die zerbeulte Kirche kann zum neuen „Gloria in excelsis“ zusammenfinden.

 

Den Text zum ausdrucken (hier klicken)

43. Sylvester/Neujahr

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

194. Im Schilde. Chorraumbank St. Peter und Paul Grieth, Eiche um 1650.

(Evangelium Neujahr Num 6, 22-27; Gal 4, 4-7; Lk 2, 16-21)

 

Im Bild

Trotz der einschlägigen Texte in Sachen „erste Plätze“ bei Jesus besaßen manche Familien oder manche Leute in offiziellen Ämtern oder Adelige besondere Plätze im Kirchenraum. Vor der Einführung der Kirchensteuer um 1925 in Deutschland finanzierte jede Pfarre Teile seiner Ausgaben über die Vergabe der Sitzplätze in der Kirche. In St. Peter und Paul gibt es bis heute die Magistratsbank mit einer Inschrift und dem Griether Wappen. Gegenüber der hier gezeigten gibt es eine der Familie van Bühren mit ihrem Wappenschild. Dies von zwei Putten hingehaltene, früher bemalt gewesene Wappen könnte uns zu einer Themensetzung für kommende Zeiten verleiten: „Was führst du denn im Schilde?“

 

Die Botschaft

Im Neujahrsevangelium heißt es: „Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus …“ Unsere Zeiteinteilung sieht vor, dass wir acht Tage vor Neujahrsbeginn den Segen der Weihnacht wahrnehmen und mitnehmen in das sonnenmäßig nun immer heller werdende neue Jahr. Jedes Kreuzzeichen stellt unser Tun als Christen unter den Namen Gottes, den Namen Jesu Christi, seinen Taufnamen. Welchen Namen möchten wir dem Neuen Jahr geben? Was führen wir im „Schilde“ als Überschrift für das Kommende. Dietrich Bonhoeffer dichtete an seinem letzten Silvester „Von guten Mächten wunderbar geborgen … Gott ist mit uns am Abend und am Morgen …“

Eine Recklinghäuser Gemeinde öffnete im Adventskalender Türchen mit Spruchzusagen Gottes. Was steht mir im Sinn? Was könnte ich auf dieses Schild schreiben: Gott ist mein Schild und Schutz? Was sagt Gott mir für 2023? Welches dieser Worte könnte Gott mir sagen und ins Stammbuch, auf den Schild schreiben?

« Egal, was ist, du darfst zu mir kommen. Gott.                              

« Liebe dich selbst so, wie ich dich liebe. Gott.               

« Ich gehe mit dir. Gott.                                                           

« Ich höre dich, auch wenn du leise bist. Gott.                

« Ich glaube an dich. Gott.                                                       

« Bei mir gibt es kein zu spät. Gott.                                     

« Steck mich bitte nicht in eine Schublade! Gott.           

« Du stehst bei mir an erster Stelle. Gott.

« Du bist eine Segen für mich. Gott.

« Fürchte dich nicht. Gott.

« Es ist okay, keine Antwort auf Angst zu haben. Gott.

« Du kannst nicht tiefer fallen als in meine Hand. Gott.

« Du kannst nicht tiefer fallen als in meine Hand. Gott.

« Ich sehe was, was du nicht siehst. Gott.

« Lass mich bei dir wohnen! Gott.

 

Ein Jahr

Ein Jahr ist nichts, wenn man’s verputzt,

ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.

Ein Jahr ist nichts, wenn man’s verflacht,

ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchbracht.

Ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchlebt,

in eigenem Sinn genossen und gestrebt.

Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,

das uns im Innern nicht ein Neues bot.

Das Jahr war viel, in allem Leide reich,

das uns getroffen mit des Geistes Streich.

Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:

Nur nach dem Vollen misst des Lebens gang,

ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.

Sei jedem voll dies gute, neue Jahr!

 

Hans von Gumppenberg (1866-1928)

 

Den Text zum ausdrucken (hier klicken)

44. Taufe des Herrn

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

113. Wo bist du bloß? Die Christus-Bilder am Südportal in Santiago, Meister Matteo um 1200

(Evangelium Fest der Taufe Jesu Mt 3, 13-17)

 

Im Bild

Am Seitenportal der Kathedrale in Santiago de Compostela finden sich Reststücke verbaut aus der romanischen Kathedrale des Meister Matteo. Christus steht links dem Menschen „zur Seite“, er legt dem Adam die Hand aufs Herz wie auch der Eva bei der gegenüberliegenden Darstellung. Das bezeichnet die Erschaffung wie auch die „Taufe“. Jesus wird bei seiner Taufe im Jordan ohne Kleider sichtbar als der neue Adam, der selbst die Sünde der Welt abwaschen will. Die in Santiago ankommenden Pilger wechselten dort ihre Kleider. Sie wuschen sich im Fluss kurz vor der Stadt und brachten die durchlausten und verschwitzten Altkleider zum Verbrennen auf einen eigens auf der Kathedrale eingerichteten Brennofen und Schornstein. Mit neuem Gewand und innerlich erneuert wollten sie heimkehren. Der Pilgerweg als Tauferneuerung.

 

Die Botschaft

Das Christsein ist ein neues Gewand der Stärke und Zuversicht. Der Christ hat Christus angelegt als Gewand: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“ (Gal 3, 27) „Belügt einander nicht, denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt und habt den neuen Menschen angezogen, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen.“ (Kol 1, 10) Die Taufe Jesu mit der Erkenntnis „Du bist mein geliebter Sohn!“ ist auch auf uns anzuwenden: Wir sind die geliebten Kinder Gottes, Gott sucht nach uns. Wir halten uns zurück, verstecken unsere Fähigkeiten und lassen uns nicht von Gott „berühren“.

 

Bloß nicht, Adam, Eva

Dich verschämt verstecken hinten den eigenen düsteren Schattenbäumen (Gen 3,8)

Bloß nicht: Dir bedecken deine feigen Unverschämtheiten (Gen 3,7)

Bloß nicht: Gott ferne wähnen in deinem Eigenwahn (Ps 94,7)

Bloß nicht: Angst haben vor seiner liebenden Zuwendung (Mt 25,25)

 

Komm

ER sucht dich (Hos 2,21f), ER richtet nicht (Joh 3,17), ER richtet dich herzlich auf (Lk 21,28)

ER legt deine Blößen nicht bloß (Offb 3,17f), Er weiß, was die Liebe tut (Eph 1,5)

ER legt seine Hand auf dich (Ps 139,5), ER deckt dort die Scham, wo die Sünde entspringt (Mt 15,19)

ER operiert dich am (hoffentlich) offenen Herzen (Apg 2,37), Dein Schöpfer schöpft für dich aus dem Vollen (Jes 44,2)

Der Gesalbte, Christus, der Messias, (Joh 4,25), hat Salböl für dein wundes Herz (1 Joh 2,20)

 

Bloß bist du nicht

Du bist sein Kind (Joh 1,12), Du bist Gottes Ebenbild (Gen 1,27), Du bist gewollt, gesegnet (Eph 1,3)

Und vor allem geliebt (Röm 8,37), Du bist bei Gott beliebt (Dtn 23,6), Gott hat eine echte Passion für dich (1 Joh 4,10)

 

Du bist nicht bloß

ER deckt alle Schuld zu (Röm 5,15), ER sagt dir sein „Ich bin da“ (Ex 3,14), ER steht voll und ganz zu dir (Joh 3,16)

auch wenn er dir manchmal auf die Füße tritt (Mt 25,34ff),

ER will weiterhin nicht weichen von deiner Seite (Dtn 28,8)

 

Bloß bei-leibe bist du nicht. Hand aufs Herz (1 Joh 3,21). Bloß bist du nicht.

Steh auf, er ruft dich (Mk 10,49) Sag: Hier bin ich, sende mich (Jes 6,8) Ganz beherzt darfst du für ihn gehen (Lk 10,3)

Zuweilen wiegt seine Hand vielleicht schwer (Ps 38,3)

Mit ihm an der Seite wirst du dir keine Blöße geben (Mi 7,18)

 

Er macht dir dein Herz neu, stark, rein, frisch, heil, treu, fit, gut, froh … und ganz liebe-voll

 

Adam, Eva, Mensch: Wo bist du bloß

 

Den Text zum ausdrucken (hier klicken)

45. 2. Sonntag im Jahreskreis

© Alois van Doornick, Bild und Botschaft

139. Paulus: Mission angesagt. Langenbergflügel um 1900 gemalt in der Stummelschule von Albert Kreusch aus Grieth, Öl)

(Evangelium 2. So. A Jes 49, 3-6; 1 Kor 1, 1-3; Joh 1, 29-34)

 

Im Bild 

Nur in den vierzehn Tagen vor Ostern ist der geschnitzte Griether Retabel geschlossen und zeigt auf seiner Außenseite die Patrone der Glaubensverkündigung. Gerade Grieth hat im Namen die Doppelung der „Kirchensäulen“ Petrus und Paulus, wo Petrus (Mitte linke) traditionell als Bewahrer und Amtsträger gilt und Paulus (Mitte rechts) als der Gesandte und eifrige Missionar für den Mittelmeerraum bis Rom. Ihnen zugesellt sind in Grieth Ludgerus und Bonifatius, die Missionare des 7. und 8. Jahrhunderts für den Niederrhein und ganz Deutschland sowie der junge Jesuitenschüler Aloisius und der junge römische Glaubenszeuge Viktor.

 

Die Botschaft

Gleich nach Ende der Weihnachtszeit beginnt im Lesejahr A die zweite Sonntagslesung aus dem 1. Korintherbrief mit den ersten Zeilen des Paulus und seinem Gruß an die Gemeinde. Dabei hat der Apostel Paulus manche Streitfrage zu lösen. Er beginnt aber mit seinem eigenen Namen und der gemeinsamen Basis: „Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth ist - die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen -, mit allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“

Wir sollten die seelsorgliche Bewegung zu den Menschen eines Paulus oder eines Arnold Janssen nicht zu gering achten und nicht zu wenig nachahmen: Jesus hat gesagt: „Geht!“ Die alttestamentliche Lesung spricht vom „Licht für die Völker“. Johannes im Evangelium verweist die Apostel auf das Mitgehen mit Jesus, der zu den Menschen geht: „Seht das Lamm Gottes!“ Es geht darum, mit Heiligem Geist zu taufen wie er. Wir wären von „allen guten Geistern verlassen“, wenn wir diese Suchbewegung nach außen unterlassen: Der Apostel Paulus ist für unsere ehrenamtliche und hauptamtliche Arbeit aller Gruppen ein richtungsweisender Patron.

 

Für Jesus in den Gemeinden unterwegs: Paulus mit missionarischer Energie

(nach GL 381 Dein Lob, Herr ruft, oder GL/MS 869 Heut singt dem Herrn)

 

1. Apostel Paulus, großer Mann, wer heute wohl verstehen kann, was du uns hast gegeben?

Was wäre denn geworden nur, hätt`st du uns nicht auf Christi Spur gesetzt mit deinem Leben?

2. Als Kind trugst du von König Saul den Namen. Durch dich heut ist „Paul“ weltweit verbreitet worden.

In Tarsus und Jerusalem hast Glauben du studiert, zudem wollt‘st Christen du da morden.

3. Damaskus bracht‘ dir Jesu Licht, zu Hause hielt’s dich seitdem nicht: Du musstest Christus künden.

Dass Glauben Freiheit, Kreuz Gewinn, dass Liebe Leben, Einsatz Sinn gibt, sollt‘ man allseits finden.

4. In der Türkei, in Griechenland: Du machtest Jesu Wort bekannt, wollt’st nirgends lahm lang bleiben.

Vom Zelte-Nähen lebtest du und fandest überall nie Ruh: Wollt‘st predigen und schreiben.

5. Dass nahe uns der Tag des Herrn, das mahntest du, das schriebst du gern: Der Himmel steht weit offen.

Zur Glaubensfreude, Wachsamkeit riefst du, zu nutzen unsre Zeit, denn Christen dürfen hoffen.

6. Gib, dass Gemeinden allezeit als Gläub‘ge wirken ohne Streit und teilen Gottes Gaben.

Talente, Geisteskräfte sind reich da in manchem Gotteskind, weil Christen Liebe haben.

7. Die Briefe muntern zum Gebet, dass unser Werk von früh bis spät steh unter Gottes Segen.

Das Brot zu brechen, feiern Gott, steht den Gemeinden zu Gebot, im Herzen Dank zu hegen.

8. Nach schweren Reisen, Schiffbruch, Not stand dir bevor in Rom der Tod: Dir blieb nur noch das Schreiben.

Dass Christus dir dein Leben war, dein Freund, Licht, Trost, Halt wunderbar: Die Botschaft darf uns bleiben.

9. Dir, Paulus, dankt die ganze Welt. Die Briefe sind uns zugestellt, dass heute wir sie lesen.

Dein Christuszeugnis uns bewegt und deine Energie uns trägt. Führ uns auf Himmelswegen!

 

Den Text zum ausdrucken (hier klicken)

46. 3. Sonntag im Jahreskreis

© Alois van Doornick, Kalkar: Bild und Botschaft

30. Freiwillig an Christus gebunden: Sebastian im linken Seitenaltar in St. Antonius Kalkar-Hanselaer, unbekannter Meister um 1540. Vgl. die Flügel zum Marien-Altar in St. Nicolai

(Evangelium Mt 10, 28-32; Fest 20. Januar oder 3. So. A: Mt 4, 12-23)

 

Im Bild

Die Herkunft der Seitenaltäre in St. Antonius Kalkar-Hanselaer ist ungeklärt, wiewohl ihre Qualität von wenigen nur erkannt ist. In wenigen niederrheinischen Kirchen ist soviel an ursprünglicher Farbfassung erhalten. Der Sebastianus im linken Seitenaltar hat den expressiven Renaissance-Ausdruck in der verkrampften Haltung und in der Passion: Fast wie ein Christus, dem er im Martyrium folgt, zeigt er seine Wunden. Die Nische mit der doppelten Muschelmulde scheint für zwei kleinere Figuren gemacht. Der Astbaum weckt Erinnerungen an Astkreuze. Darf man in den überkreuzten Beinen ein „X“, ein griechisches „Chi“ für Christus lesen? Ist die Christus-Ähnlichkeit so nahegelegt?

In der Garde des Kaisers Diokletian hatte sich Sebastian als Christ gezeigt und Notleidenden geholfen. Der Kaiser ließ ihn mit Pfeilen erschießen. Eine Frau namens Irene pflegte den Totgeglaubten gesund, der sich wieder hinstellte, um dem Kaiser seine Gottheit abzusprechen, bis dieser ihn endgültig töten ließ. Seine Gebeine wurden in der Sebastian-Katakombe bestattet, worüber bereits im 4. Jh. eine Sebastians-Kirche in Rom entstand.

 

Die Botschaft

Rittern und Soldaten wurde der standhafte junge Christ zum Patron. Die geschlagenen Wunden der Pest und der Erfolg seiner Anrufung in römischen Pestzeiten machten ihn zum Pestpatron wie Antonius oder Rochus. Im Gewerbe der tierhautverarbeitenden Gerber etc. wurde er angerufen genauso wie heute noch bei Schützengesellschaften und Bruderschaften im Schießsport. Die Darstellung der Männlichkeit verstärkte sich in der Renaissance nach der eher passionsbetonten Präsentation der Gotik.

Mancher nimmt den Schützen heute ihr Motto nicht ab, der „Glaube“ sei so „Sitte“ in unserer „Heimat“. Damit ist dem Grundsatz die dreifache Stoßrichtung genommen. Alle drei Werte haben ihre eigenständige Bedeutung:

Der Glaube ist Vertrauenssache, Beziehung zur Welt Gottes und entspringt der Sehnsucht des Herzens im inneren Hören auf seinen Geist und persönlichen Antworten in Taten der öffentlichen Gerechtigkeit, Sorge für die Schwachen, Einsatz für die Gemeinschaft und Solidarität in der Gesellschaft: Glauben ist für mich nicht ein Nicht-Wissen, sondern ein Tätigkeitswort … Die „Sitte“ bezeichnet die moralische Integrität, die Einhaltung von Recht und Norm, die Loyalität und Ehrlichkeit, das anständige Verhalten im Umgang zwischen den Geschlechtern sowie die Sorge um Kinder und Jugendliche in der Verbandsarbeit, auch zur Integration ausländischer Mitbürger. Gewonnen hat der Begriff „Heimat“ gerade in den letzten Jahren der Entdeckung der Weltverpflochtenheit der Wirtschaft und der Medien. Der Rückbezug auf das lokale Umfeld, der Sinn für Ortsgeschichte und seine Vergangenheit, das Suchen nach Identität und persönlichem Eingebundensein, der Sinn für regionale Küche, Radtouren oder Dialekt, für Vereinswesen und Heimatfeste ist gewachsen.

Das männerdominierte Schützenwesen war in den vergangenen Jahrzehnten das Pendant zur frauendominierten katechetischen Arbeit der Pfarrgemeinden sowie der Frauengemeinschaften und Landfrauen.

Wer den Heiligen nicht nur als fromme Etikette benutzen will, sollte sich mit der Lebenseinstellung und der Glaubensintensität eines Märtyrers auseinandersetzen. Der Unterschied zu damals: Der Kaiser stellte sich in Konkurrenz zu Gott selbst als Gott hin. Ein Nichtinteresse an Religiösem ist ein schwierigerer Gegner.

 

Lied zum heiligen Sebastian

(nach der Melodie „Ihr Freunde Gottes all zugleich“ GL 542)

1. Wer hat gebunden an den Baum, dich dort, dass alle dich anschaun? Warum setzt du dein Leben ein, Sebastian, und stehst allein?       Refr.:   Du Zeuge Christi bis aufs Blut, wir sehen deinen Glaubensmut: Dein Schutz und Einsatz tun uns gut.

2. Bei Kaiser Diokletian tratst du in Rom zur Garde an. Dem arg missfiel der Christen Stil, vor dem schütztest du Christen viel.

3. Du hast gebunden an den Herrn dein Leben, folgtest ganz ihm gern. Kein Kaiser höher als Gott stand, als treu und standfest man dich fand.

4. Die Pfeile konnten töten nicht die Glaubenskraft. Ins Angesicht tratst du geheilt erneut vor ihn und gabst als Märtyrer dich hin.

5. Tritt ein bei Gott für unsre Schuld, gib Kraft im Leid, in Not Geduld! An Gott gebunden lass uns sein und treten für den Glauben ein!

6. Sebastian, in heutger Zeit bestärke uns als Christenheit, dass glaubensfest zu Christus stehn, wir neu den Weg der Liebe gehn!

 

Den Text zum ausdrucken (hier klicken)

47. 4. Sonntag im Jahreskreis

© Alois van Doornick, Kalkar, Bild und Botschaft

186. Berg der Herrlichkeit. Pfingstikone in St. Nicolai 19. Jh.

(Evangelium 4. So. A: Zef 2, 3; 3, 12f.; 1 Kor 1, 26-31; Mt 5, 1 – 12a)

 

Im Bild

Im Zusammenhang der Fusion der fünf Kalkarer Ortschaften zu „Heilig Geist“ kam dieses Geschenk des Pfingstbildes aus dem 19. Jh. in die Kirche. Die Ausgießung der Gaben des Geistes an die Jünger und die Gottesmutter in ihrer Mitte gilt der ganzen Kirche. Aus einer Sonne auf goldenem Hintergrund gehen Strahlen aus. Vor einem Gebäude mit zwei schräg gestellten Vorbauten und einem Mitteltor sitzen 12 Jünger barfuß und mit einer Geist-Flamme im Heiligenschein auf einer halbrunden Bank. Unten steht vor einem dunklen Halbrund der König Christus in priesterlichem Gewand mit einem Schriftband oder Tuch in beiden Händen. Das Bild ist mit einer roten Linie und einem goldenen Rahmen umgeben.

 

Die Botschaft

Die himmlische Kirche wirkt aus der neuen Stadt Jerusalem mit den zwölf Aposteln als Säulen und Grundsteinen zusammen mit ihrem Haupt Christus für die Erde: Der Halbkreis müsste unten ergänzt werden, so dass wir alle uns diesem Halbkreis anschließen können. Man kann dieses Bild als Pfingstbild deuten, aber auch auf die pfingstliche Kirche auf dem Weg zur ewigen Vollendung. In den so genannten trostreichen Geheimnissen bedenken wir beim Rosenkranz Gottes Wirken mit uns in der Zukunft. Unser betrachtendes Beten mit den „Perlen des Glaubens“ erbittet uns Wachsamkeit, Gestaltungskraft und Verantwortungsbewusstsein beim Weg der Gemeinde in die Zukunft. Zu oft vergessen wir den Geist!

 

Die trostreichen Rosenkranz-Geheimnisse: Vom Anbruch der Zukunft.

Mögliche Melodie: GL 395 Den Herren will ich loben

 

Jesus, der als König herrscht (Offb 19,6)

1. Dein Königreich willst bauen, du, Herr, auf dieser Welt, auf Menschen wolltst du trauen, sagst, dass ein jeder zählt.

Nicht hoch magst du regieren, formst hier mit uns dein Reich. Du willst zusammenführen uns Himmel, Erd zugleich.

2. Ein König unsren Herzen, den Schwachen, Sündern gar, gehst mit in Leid und Schmerzen und wo in Schuld ich war.

Regiere du mein Leben, Freund, Bruder, lieber Christ, dass mir am End gegeben dein lichtes Leben ist.

 

Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt (Eph 1,22-23)

3. Als du vom Kreuz gegeben den Geist dort sterbend aus, da wolltest du beleben der Kirche Menschenhaus.

Im Zeichen deiner Liebe bewirken Menschen viel und mit Passion sie leben hier deinen Lebensstil.

4. Dein Wort wirkt weiter Wunder in unsrer wunden Welt. Es ist in aller Munde. Die Saat ist gut bestellt.

In Sakramenten feiert die Kirche deine Näh. Die Liebe sich erneuert, für sie ist’s nie zu spät.

 

Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit (2 Petr 3,8-13)

5. Du bist hinausgegangen, die Wohnung uns zu baun. Dass wir zu dir gelangen, wolln wir aufs Ende schaun.

Der Anfang ist gegründet in Kreuz und Auferstehn. In dir sich alles findet, in dir ist Wiedersehn.

6. Die Zeit hat ihre Grenze. Wer, Herr, ihr Ende kennt? Viel oder wenig Lenze: Die Liebe gilt am End!

Komm, öffne, was verborgen, zeig deine neue Welt! Schenk uns in allen Sorgen den Blick für das, was zählt.

 

Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten (Röm 2,1-11)

7. Ob du als strenger Richter, als guter Vater kommst: Wenn enden alle Lichter, du mehr als gut uns lohnst.

Wie Feuer wird uns brennen, was hier wir nicht getan an Liebe und Bekennen, an Einsatz und Elan.

8. Uns richte aus im Leben hier schon in dieser Zeit, dass wir hier alles geben, im Blick die Ewigkeit.

Dass dir vereint wir schreiten, gut ausgerichtet sind. Du wirst schon jeden leiten, der sieht sich als dein Kind.

 

Jesus, der alles neu machen und vollenden wird (1 Kor 15,35-58)

9. Was hier gesät verweslich, wird auferweckt in Kraft. Was ist gesät armselig, das, auferweckt, ist stark.

Vergänglich hier bekleidet wächst Unvergänglichkeit. Dem, der mit Christus leidet, wird frohe Ewigkeit.

10. Und neuer Himmel öffnet sich uns und neue Erd. In Glaube, Liebe, Hoffnung darf leben unbeschwert
ich froh all meine Tage, darf IHM entgegengehn und alle, die ich habe geliebt, einst wiedersehn.

 

Den Text zum ausdrucken (hier klicken)

AvD-Schatzkiste

Ehe+Jubliäen